China warnt USA vor Konfrontation

Schiff
Foto: dapd Russische Kriegsschiffe erreichten den chinesischen Hafen Qingdao.

China und Russland starten ein gemeinsames Manöver. Gleichzeitig proben die USA im süd­chinesischen Meer.

Das südchinesische und das Gelbe Meer haben wohl schon lange nicht mehr soviel Schiffsverkehr gehabt. In beiden Gewässern vor China werden zurzeit See-Manöver abgehalten. Und das von zwei Gruppen, zwischen denen eine unsichtbare Front verläuft: China und Russland unternehmen zum ersten Mal ein gemeinsames Marine-Manöver, bei dem kein Zweifel an der militärischen Stärke der beiden Giganten bleibt. Es soll sechs Tage dauern. Mehr als 4000 chinesische Soldaten mit 16 Schiffen und zwei U-Booten nehmen teil. Von russischer Seite kommen sieben Kriegsschiffe hinzu. Vor allem die gemeinsame Luftabwehr und die Bekämpfung von U-Booten stehen auf der Trainings-Agenda. Im südchinesischen Meer hingegen üben rund 6000 US-Soldaten gemeinsam mit der Marine der Philippinen.

Dafür erhielten sie einen bösen Rüffel der Chinesen: Die beiden Länder trügen massiv zur Verschärfung der Lage in der Region bei. Ihre Aktionen hätten „unvermeidlich Einfluss auf den Frieden und die Stabilität“. China spielt damit auf die territorialen Streitigkeiten mit einigen seiner Nachbarn an. So beanspruchen China und Japan mehrere Inseln im fischreichen ostchinesischen Meer für sich, wo wertvolle Energieressourcen vermutet werden. Zwist gibt es auch mit den Philippinen und Vietnam um eine Reihe von unbewohnten Inseln im südchinesischen Meer.

Herausgefordert

Die USA fungieren als Schutzmacht gegen Chinas Besitzansprüche im Pazifik; die Philippinen, Taiwan, Südkorea und Japan haben sich auf die militärische Stärke aus dem Westen verlassen. Doch während die USA tiefe Einschnitte in ihr Militärbudget beschlossen und sich in der vergangenen Dekade auf den Mittleren Osten konzentrierten, rüsteten China und Russland stark auf. Experten sind zwar der Ansicht, dass Pekings Technologie noch ein bis zwei Generationen hinter der amerikanischen liegt, doch der Aufholprozess ist massiv.

Gerade im Hinblick auf Taiwan, das von Peking noch immer als abtrünnige Provinz betrachtet wird, haben die Chinesen ihre Marine zu einer echten Herausforderung für die USA ausgebaut. Das hat die US-Navy bereits 2006 erfahren, als plötzlich ein chinesisches U-Boot in der Nähe ihres Flugzeugträgers USS Kitty Hawk völlig unbemerkt aufgetaucht war.

(kurier) Erstellt am
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