© Walter Schweinöster

Politik
05/14/2012

China: Hallstatt-Kopie vor Eröffnung

Am 2. Juni wird die Hallstatt-Kopie in China eröffnet. Mit dabei wird eine Delegation aus dem Originalort sein.

von Brigitte Kirchgatterer

Hallstatts Bürgermeister Alexander Scheutz packt jetzt endlich Trachtenanzug, Mozartkugeln, Walzer-CD und Freundschaftsabkommen zusammen, um damit nach China zu reisen. Am 2.Juni wird die Hallstatt-Kopie in der chinesischen Provinz Guandong eröffnet. Nachdem der erste Ärger über das Projekt verflogen ist, überwiegt jetzt die Neugierde, wie der künstliche China-Zwilling so aussieht.

Drei mal wurde der Besuchstermin der Hallstätter schon verschoben. Kritische Medienberichte sorgten beim Projektbetreiber "China Mine Metal Group" für Unruhe, man wollte weitere negative Berichterstattung vermeiden. Ausländische Reporter hatten berichtet, dass sich die Wohnungen in der bizarren Hallstatt-Replik nur schlecht verkaufen würden. Das Nobel-Dorf würde eingebettet zwischen einem schmutzigen See und Bambuswäldern wie ein Fremdkörper wirken. Auch Bürgermeister Scheutz glaubt nicht, dass er sich im Nachbau wie zuhause fühlen wird – auch wenn am Dorfeingang ein Schild in Chinesisch und Deutsch "Hallstatt am See" verspricht.

Österreich-Flair

Um bei der Eröffnung zumindest etwas für Österreich-Flair zu sorgen, werden die Hallstätter mit der Salinenmusikkapelle Hallstatt in China aufspielen. Im Juni 2011 war man durch Zufall darauf gekommen, dass chinesische Architekten heimlich die Hallstätter Häuser, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen, bis ins kleinste Detail vermessen und kopiert hatten. Die Verärgerung über die Vorgangsweise war zunächst groß. "Aber wir können dagegen rechtlich nichts machen. Wir haben kein Copyright, und manches ist seitenverkehrt dargestellt", meint Scheutz. Er will jetzt mit Gastgeschenken und Kooperationen für eine gute Atmosphäre sorgen. Immerhin liegt Österreich im Ranking der beliebtesten Europa-Ziele auf Platz fünf. Mozart, Sisi und Hallstatt punkten bei den Asiaten.

Im China-Hallstatt wird es neben den Häusern nicht nur ein Wiener Café und einen Biergarten, sondern auch einen kleinen Abschnitt der Getreidegasse zu sehen geben. "Vielleicht könnten wir dort einmal mit Produkten aus der Gegend vertreten sein", sinniert Scheutz. Eine Städtepartnerschaft wird es nicht geben. Doch Touristiker hoffen darauf, dass die Kopie Appetit auf das Original macht. Auf der Homepage des Postkartenortes liest man: "Millionenfach fotografiert – einmal kopiert – nie erreicht."

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