Politik | Ausland
30.11.2017

Will die EU den Döner verbieten?

Symbolbild - Kebab. © Bild: Getty Images/iStockphoto/TerricDelayn/iStockphoto

Sozialdemokraten und Grüne setzen sich gegen den Zusatz von Phosphat in tiefgefrorenem Fleisch ein.

Gewohnt dramatisch vermeldet die deutsche Bild: "Dem Döner droht das Aus!". Konkret geht es darum, dass der Umweltausschuss des EU-Parlaments vorschlägt, Phosphat in tiefgekühlten Spießen zu verbieten. Bislang ist die Phosphat-Zugabe bei tiefgekühlten Produkten nicht geregelt, bei frischem Fleisch ist die Zugabe erlaubt. Und gegen den Plan der EU-Kommission, Phosphat in tiefgekühlten Spießen ausdrücklich zu erlauben, hat der Ausschuss auf Initiative von Sozialdemokraten und Grünen Einspruch erhoben.

Nun werden Döner hauptsächlich gefroren ausgeliefert und ohne Phosphat würden laut Bild die Döner auseinanderfallen. Kenan Koyuncu, Vorsitzender des Bundesverbandes der Döner- und Drehspießhersteller Deutschlands zeigt sich schockiert: „Sofern sich der Einspruch des Europäischen Parlaments durchsetzt, wäre dies das Todesurteil für die gesamte Dönerindustrie in der Europäischen Union.“

Was die Bild allerdings nicht schreibt: Sozialdemokraten (189 Sitze) und Grüne (51 Sitze) haben bei weitem keine Mehrheit im EU-Parlament, das 750 Sitze hat - können das Verbot alleine also nicht durchsetzen.