Die königliche Familie, Gardesoldaten und unzählige Beobachter haben den Sarg der gestorbenen Königin Elizabeth II auf seinem Weg durch London begleitet. Auf dem Weg vom Buckingham-Palast zum britischen Parlament wurden im Minutentakt Salutschüsse abgefeuert. Bei getragener Musik und den Glockenschlägen der berühmten Glocke Big Ben verfolgten Hunderttausende den Trauerzug, weinten und applaudierten. Sie können nun noch bis Montagmorgen am Sarg Abschied nehmen - dann findet in Westminster Abbey das Staatsbegräbnis statt.
Der Sarg war mit der royalen Standarte bedeckt, auf einem samtenen Kissen thronte die Imperial State Crown genannte Krone, die Elizabeth traditionell zur Parlamentseröffnung trug. Dahinter lag ein Kranz aus weißen Rosen, weißen Dahlien und Blattwerk aus der königlichen Residenz Balmoral in Schottland.
Die Prozession über die Prachtstraße The Mall dauerte rund 40 Minuten. Hinter dem von Pferden gezogenen Sarg schritten die engsten männlichen Familienmitglieder sowie Anne, die einzige Tochter der Queen.
Auch Prinz Harrys Trauer-Outfit hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Obwohl Afghanistan-Veteran, darf er nach seinem Rückzug aus dem Königshaus keine Militäruniform mehr tragen.
Die 40-Jährige wirkte erschöpft vom tagelangen Zeremoniell und gezeichnet von Trauer. Als Ausdruck dieser trug sie eine Brosche der Queen mit drei weißen Perlen.
Mehrere Soldaten trugen den Sarg an den Royals vorbei in die ehrwürdige Westminster Hall, wo ein kurzer Gottesdienst zu Ehren der Verstorbenen abgehalten wurde.
Harry und Meghan schritten hinter William und Kate in die Westminster Hall. Die Sussexes waren die Einzigen, die dabei Händchen hielten. Für Mitglieder des Königshauses sind öffentliche Zärtlichkeiten nicht protokollgemäß.
Um 17:00 Uhr Ortszeit (18:00 Uhr MESZ) öffneten sich die Türen für die Öffentlichkeit. Diese hat nun vier Tage lang die Möglichkeit, der gestorbenen Königin einen letzten Besuch abzustatten. Schätzungen zufolge könnten bis zu zwei Millionen Menschen der toten Königin in der Westminster Hall die letzte Ehre erweisen.
Prinz Harry wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Der abtrünnige Herzog hatte sich vom Königshaus abgewandt, war seiner Oma aber bis zuletzt eng verbunden.
Unter den Trauergästen befand sich auch die neue britische Premierministerin Liz Truss. Sie war eine der letzten Personen, die die Königin auf Schloss Balmoral lebend gesehen haben.
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