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Politik Ausland

Was ist dran an der Aufregung um "rassistische Mathematik"?

Lehrpersonal im US-Bundesstaat Oregon soll in Sachen Chancengleichheit sensibilisiert werden. Rechte laufen Sturm.

02/23/2021, 06:13 PM

Rassismus in der Mathematik? Medienberichte ├╝ber einen Kurs f├╝r Lehrer im US-Bundesstaat Oregon regten in den vergangenen Tagen auf. Denn dort schlug die Bildungsabteilung der Gouverneurin (Demokratin Kate Brown) P├Ądagogen in einem Newsletter vor, sich in Sachen Rassismus zu sensibilisieren - auch, was das Rechnen angeht.

Gefundenes Fressen f├╝r rechte und konservative Medien, die berichteten, dass die Regierung mehr oder weniger vorschreibe, falsche Antworten auf mathematische L├Âsungen gelten zu lassen, weil der Unterricht sonst wei├če Sch├╝ler bevorzuge.

In einem vom konservativen Kommentator Ben Shapiro geteilten Text etwa hie├č es, man wolle behaupten, dass es ein Zeichen von "white Supremacy" (wei├čer ├ťberlegenheit) ist, "von Sch├╝lern zu verlangen, zu zeigen, wie sie zum Ergebnis gekommen sind, oder sich auf das richtige Ergebnis zu fokussieren oder die Entwicklung der Sch├╝ler zu verfolgen und sie zu bewerten".

Fox News hebt in einem Artikel hervor, dass die zust├Ąndige Bildungsdirektion behaupte, das Konzept, dass Mathematik rein objektiv ist, falsch sei. Und zitiert aus den Unterlagen: "Die Aufrechterhaltung der Idee, dass es immer richtige und falsche Antworten gibt, verewigt die Objektivit├Ąt sowie die Angst vor offenen Konflikten." Der konservative US-Sender will auch einen "dezidierten antikapitalistischen Unterton" in den Unterlagen gefunden haben. 

Online kritisierten viele das Projekt und bestanden darauf, dass die Schulen in Oregon damit versuchten, mit der Mathematik ein Thema zu politisieren, das oft als universelle Sprache mit klaren, objektiven Antworten diene.

Fairer unterrichten?

Doch was ist dran an der Aufregung um die "rassistische Mathematik"? Ist es tats├Ąchlich - wie in den Unterlagen des Kurses beschrieben - ein Zeichen von "white Supremacy", wenn Lehrer von ihren Sch├╝lern verlangen, den Rechenweg zum Ergebnis zu zeigen?

"A Pathway to Equitable Math Instruction" hei├čt der Online-Kurs, der sich damit auseinandersetzt, die Leistung von schwarzen, Latino- und mehrsprachigen Sch├╝lern zu verbessern. Denn das Abschneiden genau dieser Gruppen liegt weit hinter dem von wei├čen Sch├╝lern mit englischer Muttersprache.

Dort sollen Lehrer etwa daf├╝r sensibilisiert werden, dass in anderen Kulturen andere Z├Ąhlweisen verwendet werden. Das Zahlsystem der Azteken etwa basiert auf der Zahl 20 statt auf der Zahl 10.

Werden etwa Sch├╝ler von ihrer Familie bei der Haus├╝bung unterst├╝tzt, k├Ânnte das (richtige) Ergebnis auch auf anderen Wegen gefunden werden.

Man will zudem die Lehrer auch in Sachen Sprache sensibilisieren, hei├čt es bei der Bildungsdirektion. Multilinguale Kinder h├Ątten teils schwierigere Voraussetzungen, die Aufgaben zu verstehen.

Erfolge

Sensibilisierung wie diese soll bereits in der Vergangenheit durchaus Erfolge gebracht haben. Das h├Ąlt jedenfalls die Standford Universit├Ąt in einer Studie fest. Erkennen sich Sch├╝ler im Curriculum wieder, sind sie auch aufmerksamer, hei├čt es dort.

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