Iran-Krieg und Maga-Wut: Für Trump wächst die Gefahr im eigenen Lager

Republikaner stehen mehrheitlich noch hinter dem Präsidenten. Doch bei Bodentruppen, Toten und Milliardenkosten wird die Loyalität brüchig.
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In Donald Trumps politischem „Make America Great Again“-Lager wächst der Lärm. Noch nicht als offene Revolte. Aber als Störgeräusch, das lauter wird. Der Rücktritt von Joe Kent, bis vor wenigen Tagen Chef des „Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung“, hat diese Spannung nach außen getragen. 

Kent, wegen politischer Rechtslastigkeit umstritten, war der erste ranghohe Regierungsvertreter, der öffentlich wegen des Iran-Kriegs mit dem Weißen Haus brach. In seinem Umfeld wird der Schritt als Protest gegen einen Krieg beschrieben, den er nicht für amerikanisch, sondern für israelisch motiviert hält. Kent erklärte in seinem Rücktrittsschreiben, Iran habe keine unmittelbare Bedrohung dargestellt. Die gleiche Darstellung kam kürzlich bei einer Anhörung im Senat von Kents Ex-Chefin Tulsi Gabbard, der Koordinatorin aller 17 US-Geheimdienste.

"Widerwärtig und bösartig"

Schon vor Kents Abgang wetterten zentrale Stimmen des trumpistischen Mediensystems gegen den Krieg. Tucker Carlson verurteilte ihn als „widerwärtig und bösartig“. Marjorie Taylor Greene, Ex-Trump-Sprachrohr im Kongress, warnte, der Präsident entferne sich immer weiter von seinem „America First“-Versprechen. Megyn Kelly und Steve Bannon, zwei weitere Promis in der Trump-Sphäre, äußerten ebenfalls lautstark Zweifel. 

Die Zahlen ergeben ein gemischtes Bild. Eine Umfrage von Reuters/Ipsos fand in dieser Woche heraus: 37 Prozent aller Amerikaner billigen den Krieg, 59 Prozent lehnen ihn ab. Unter Republikanern unterstützen über 70 Prozent die Schläge gegen Iran. Aber: 65 Prozent glauben, Trump werde am Ende Bodentruppen in den Iran schicken. Nur sieben Prozent befürworten das. 55 Prozent lehnen jeden Truppeneinsatz an Land ab.

Das erklärt die Nervosität im Weißen Haus. Trump versucht es mit Doppel-Botschaften. „Ich werde nirgendwo Truppen stationieren“, sagte er am Donnerstag. Gleichzeitig ließ er sich jedoch alle Optionen offen: „Wir werden alles tun, was notwendig ist.“ Hinzu kommt die Frage nach Sinn und Kosten. Das Pentagon verlangt inzwischen vom Kongress mehr als 200 Milliarden Dollar zusätzlich für den Krieg. Bereits 13 amerikanische Soldaten sind nach offiziellen Angaben gefallen, rund 200 wurden verwundet. 

Für viele klassische Trump-Wähler ist genau das der Punkt, an dem außenpolitische Härte in den Verdacht kippt, wieder einmal amerikanisches Blut und Geld für unklare Ziele im Nahen Osten zu opfern. Solange Trump einen begrenzten Krieg ohne Massenmobilisierung verkaufen kann, bleibt die Basis „überwiegend bei ihm“, sagen Republikaner im Kongress. Kippt der Konflikt jedoch in Richtung Bodentruppen und Dauerkrieg, dann bekommt Tucker Carlsons Vorwurf neue Wucht – dass dieser Präsident nicht mehr Amerika zuerst, sondern etwas anderes verteidigt: Israel.

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