Nur 3 statt 6 Millionen Epstein-Akten veröffentlicht: US-Justizministerin in der Kritik
Zusammenfassung
- US-Justizministerin Bondi verteidigt die Veröffentlichung von Akten im Epstein-Fall und betont den Schutz der Opfer.
- Demokraten werfen Bondi eine "massive Vertuschungsaktion" vor, da viele Dokumente geschwärzt und nicht vollständig veröffentlicht wurden.
- Bondi äußert sich drastisch zu Ghislaine Maxwell, die eine 20-jährige Haftstrafe verbüßt, und hofft, sie werde im Gefängnis sterben.
US-Justizministerin Pam Bondi hat ihr Vorgehen bei der Veröffentlichung der Akten über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein verteidigt. Ihr Ministerium habe mehr als drei Millionen Seiten Dokumente freigegeben und das "Beste getan, um die Opfer zu schützen", sagte Bondi am Mittwoch bei einer Anhörung im Kongress in Washington. Politiker der Demokraten warfen ihr dagegen "Vertuschung" vor. Einige der Epstein-Opfer waren bei der Anhörung Bondis anwesend.
Zahlreiche Stellen in Akten geschwärzt
Bondi sagte, Hunderte von Anwälten und anderen Experten hätten "Tausende Stunden damit verbracht, Millionen von Seiten akribisch zu prüfen". Der Kongress hatte die Regierung von US-Präsident Donald Trump gesetzlich verpflichtet, die meisten Dokumente und Ermittlungsunterlagen zum Skandal um Epstein offenzulegen.
Das Justizministerium kam dem jedoch erst mit Verspätung nach, außerdem wurden zahlreiche Stellen in den Akten geschwärzt.
Bondi über Maxwell: "Hoffentlich im Gefängnis sterben"
Über die Ghislaine Maxwell äußerte sich Bondi drastisch. Die langjährige Vertraute Epsteins werde "hoffentlich im Gefängnis sterben", sagte Bondi. Zuvor hatte Maxwell vor einem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Maxwell (64) wurde 2022 verurteilt. Sie soll Epstein Mädchen und junge Frauen zugeführt haben. Derzeit verbüßt sie ihre 20-jährige Haftstrafe in einem Gefängnis in Texas. Zuvor war sie in Florida inhaftiert.
Vorwurf der "massiven Vertuschungsaktion"
Der führende Demokrat im Justizausschuss des Repräsentantenhauses, Jamie Raskin, warf Bondi eine "massive Epstein-Vertuschungsaktion" vor. Von insgesamt rund sechs Millionen Dokumenten, Fotos und Videos habe das Ministerium nur gut die Hälfte veröffentlicht.
Außerdem seien die Namen zahlreicher "Täter, Helfer, Mitläufer und Mitverschwörer" Epsteins geschwärzt worden, während die Namen der Opfer in einigen Fällen nicht wie vorgeschrieben unkenntlich gemacht worden seien. Epstein soll nach Erkenntnissen der US-Bundespolizei FBI mehr als tausend Mädchen und junge Frauen missbraucht und Opfer teilweise an Prominente vermittelt haben.
Der Multimillionär war 2008 verurteilt worden, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft saß er aber nur knapp 13 Monate Haft ab.
Im Juli 2019 wurde Epstein erneut festgenommen und von einem Bundesgericht beschuldigt, noch viel mehr Opfer missbraucht zu haben. Am 10. August 2019 wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle aufgefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
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