Trump warnte Polizei vor Epstein: "Jeder weiß, dass er das macht"
Zusammenfassung
- Trump beschwerte sich laut Polizei 2019 über Jeffrey Epstein und betonte, dass dessen Verhalten in New York bekannt gewesen sei.
- Die Ermittlungsakten legen nahe, dass Trump Epstein aus seinem Club warf und die Polizei informierte, während er Ghislaine Maxwell als "böse" bezeichnete.
- US-Handelsminister Lutnick wies Rücktrittsforderungen wegen angeblicher Epstein-Verbindungen zurück und bestritt eine enge Beziehung zu ihm.
US-Präsident Donald Trump soll sich bei der Polizei den Epstein-Akten zufolge vor Jahren über den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein beschwert haben. Trump erklärte demnach, dass "man in New York wisse, dass Epstein widerlich sei". Die Aussage wirft erneut Fragen darüber auf, was Trump über Epsteins Handeln wusste und was nicht. In der Vergangenheit hatte er öfters bestritten, über die Taten des mittlerweile gestorbenen Sexualstraftäters Bescheid gewusst zu haben.
Trump über Epstein: "Jeder wusste, dass er das macht"
Trump soll den Akten zufolge nach Bekanntwerden der Ermittlungen gegen Epstein telefonisch bei der Polizei in Palm Beach angerufen haben. Das geht aus einem Vernehmungsprotokoll der US-Ermittlungsbehörde FBI mit einem Polizisten hervor, das am Dienstag publik wurde.
"Gott sei Dank stoppen Sie ihn, jeder wusste schon lange, dass er so etwas macht", soll der heutige Präsident damals gegenüber dem Mitarbeiter der örtlichen Polizei gesagt haben. Das Dokument ist auf Mitte Oktober 2019 datiert - wann der Dialog zwischen der Polizei und Trump genau stattgefunden haben soll, ist unklar. Epstein starb im August 2019 in Haft.
Maxwell laut Trump "böse"
Der Ermittlungsakte nach hatte Trump Epstein aus seinem Club geworfen und die zuständige Polizei informiert. Dem Transkript zufolge gab Trump damals an, sofort das Weite gesucht zu haben, als er Epstein einmal in der Gesellschaft von Jugendlichen angetroffen hatte. Eine Begründung dafür gab Trump nicht.
Über die in Haft sitzende Ghislaine Maxwell soll Trump laut Akten gesagt haben, dass diese "Epsteins Handlangerin" sei: "Sie ist böse, konzentrieren Sie sich auf sie." Maxwell wurde im Jahr 2022 verurteilt. Als langjährige Vertraute von Jeffrey Epstein soll sie ihm Mädchen und junge Frauen zugeführt haben. Sie verbüßt eine 20-jährige Haftstrafe und sitzt Medien zufolge in einem Gefängnis in Texas.
US-Handelsminister weist Rücktrittsforderungen zurück
US-Handelsminister Howard Lutnick hat unterdessen angesichts parteiübergreifender Rücktrittsforderungen jegliche Vorwürfe einer engen Verbindung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein von sich gewiesen. "Ich hatte keinerlei Beziehung zu ihm. Ich hatte mit dieser Person kaum etwas zu tun", sagte er auf Fragen des demokratischen Senators Chris Van Hollen bei einer Anhörung im Senat am Dienstag.
Lutnick reagierte damit auf neue Enthüllungen aus Akten des US-Justizministeriums. Diese legen nahe, dass er auf Epsteins Privatinsel für ein Mittagessen zu Besuch war, Jahre nachdem er angeblich den Kontakt abgebrochen hatte. Lutnick erklärte dazu, das Treffen habe nur stattgefunden, weil er mit seiner Familie auf einem Boot in der Nähe der Insel gewesen sei. Zudem hätten die beiden Männer in 14 Jahren lediglich etwa zehn E-Mails ausgetauscht.
Das Justizministerium hatte im Jänner Millionen neuer Dokumente im Fall Epstein veröffentlicht. Die Anhörung Lutnicks erfolgte einen Tag, nachdem Epsteins langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell die Aussage vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses verweigert hatte. Dies hatte bei Abgeordneten beider Parteien für Kritik gesorgt.
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