Musk an Epstein: Wann steigt die "wildeste Party?"

US-JUSTICE-EPSTEIN
In der Affäre um Sex, Drugs und Missbrauch tauchten jetzt auch andere Promis auf. Und abermals US-Präsident Trump.

Eigentlich hätten die Unterlagen bereits am 19. Dezember des Vorjahres publik werden müssen. Mit einer Verzögerung von rund eineinhalb Monaten war es dann erst in der Nacht zum Samstag (MEZ) so weit. Das US-Justizministerium veröffentlichte in der „Epstein-Affäre“ drei Millionen Seiten, 2.000 Videos und 180.000 Fotos – teilweise geschwärzt, was die oppositionellen Demokraten sehr verärgerte. 

Dennoch ist die Brisanz der neuen Dokumente erheblich und die Liste involvierter Personen pikant.

Donald Trump 

Wie schon in früheren Akten taucht der heutige US-Präsident samt Ehefrau Melania auch in diesen Files auf. Etwa in Form eines eMails, das er 2012 an Jeffrey Epstein abschickte, jenen Mann, der mit seiner Partnerin Ghislaine Maxwell Promis weltweit mit teils nicht volljährigen Frauen „versorgte“. Darin fragt Trump den verurteilten Sexualstraftäter, was er davon halte, ihn nach Weihnachten in seinem Club Mar-a-Lago zu besuchen – Jahre nachdem Trump die Freundschaft angeblich bereits beendet hatte. In den neuen Unterlagen findet sich auch ein Nachricht von Melania Trump an Maxwell aus dem Jahr 2002, in der sie einen Artikel über Epstein lobt.

US-Handelsminister Howard Lutnick 

Dieser wird in den Akten der glatten Lüge überführt. Der heute 64-Jährige hatte stets bestritten, jemals auf Epsteins privater Karibikinsel Little Saint James gewesen zu sein. Aus einem E-Mail geht aber klar hervor, dass die beiden dort am 23. Dezember 2012 zu Mittag aßen. Lutnick hatte zudem erklärt, den Kontakt zu Epstein schon 2005 abgebrochen zu haben.

Richard Branson 

Auch der Name des britischen Milliardärs, Gründer der in vielfältiger Weise tätigen Virgin Group, taucht in den Dokumenten auf. Einmal forderte er Epstein auf, bei einem nächsten Treffen seinen „Harem“ mitzubringen.

Elon Musk 

Der US-Exzentriker hatte vor Kurzem angegeben, dass er von Epstein auf dessen Insel eingeladen worden sei, dies jedoch abgelehnt habe. Aus den neu veröffentlichten eMails geht aber hervor, dass der Tesla-Chef mehr als einmal mit dem ehemaligen Investment-Banker über eine Reise dorthin verhandelt hat. 2012 fragte er Epstein: „An welchem Tag/in welcher Nacht findet die wildeste Party auf Ihrer Insel statt?“

Bill Gates 

Der Microsoft-Gründer findet sich ebenso in den Dokumenten. In einem E-Mail an die von Gates ins Leben gerufenen Stiftung beschwert sich Epstein darüber, dass angeblich Medikamente für den Milliardär besorgt werden mussten, „um die Folgen des Sex’ mit russischen Mädchen zu behandeln“. In einem anderen Mail wird Gates vorgeworfen eine sexuell übertragbare Infektion zu vertuschen – unter anderem auch gegenüber seiner damaligen Ehefrau Melinda. Ein Sprecher von Gates gegenüber der BBC: „Diese Behauptungen von einem erwiesenen, verärgerten Lügner sind absolut absurd und völlig falsch.“

Ex-Prinz Andrew 

Der britische Royal, der inzwischen alle Titel und Ehren verloren hat, stand von Anfang an im Zentrum der Affäre. Epstein soll ihm die damals 17-jährige Virginia Giuffre in London zugeführt haben. Die Frau erhob später den Vorwurf, der Bruder des heutigen Königs Charles III. habe sie sexuell missbraucht. Es kam auch zu einem Prozess, der mit einem millionenschweren Vergleich der Konfliktparteien endete. Die US-Australierin starb im Vorjahr im Alter von nur 41 Jahren. Nach wie vor wird darüber spekuliert, ob es Suizid war oder eben nicht.

Aus einem jetzt veröffentlichten Mail scheint zudem hervorzugehen, dass Epstein 2010 für Andrew ein Dinner mit einer 26-jährigen Russin in London vermittelt hat.

Aus den neuen Unterlagen lässt sich ferner ablesen, dass das Verhältnis von Andrew zu Maxwell enger und vertraulicher war als bisher bekannt. In einem Mail an den Briten, den die damalige Epstein-Partnerin offenbar „unsichtbaren Mann“ nennt, schreibt sie, dass er ihr bester Freund sei. Eine andere Nachricht beschließt Ghislaine Maxwell, die derzeit eine Haftstrafe unter anderem wegen ihrer Rolle als Zuhälterin vieler Frauen für Epstein absitzt, knapp aber eindeutig: „Ich liebe Dich. Gx.“

Sarah „Fergie“ Ferguson 

Die Ex-Frau von Andrew Mountbatten-Windsor findet wohl auch Erwähnung in den Files. Es gibt ein Mail aus dem Jahr 2009 von Epstein an eine „Sarah“. Diese nennt in einer Antwort den Banker eine „Legende“ und bezeichnet ihn als „Bruder, den ich mir immer gewünscht habe“. Eine Nachricht beendet die Absenderin mit den Worten: „Liebe Grüße, Sarah, die Rothaarige!!“

Kronprinzessin Mette-Marit

Und noch ein royaler Name: Mehrere hundertmal wird Medienberichten zufolge auch Norwegens Kronprinzessin in den Dokumenten erwähnt. Bereits vor Jahren wurde bekannt, dass Mette-Marit Kontakt zu Epstein hatte. Ein Mail-Verkehr, in dem es um einen Besuch auf Epsteins Anwesen in Palm Beach im US-Bundesstaat Florida im Jahr 2013 geht, sorgte etwa für Aufsehen. Dem Sender NRK bestätigte der Palast, dass Mette-Marit das Haus von Epstein über einen gemeinsamen Freund geliehen, sie habe dort vier Tage lang gemeinsam mit einer Freundin gewohnt. Während dieses Besuchs habe sie Epstein auch getroffen. Auf dessen Privatinsel habe sie sich allerdings nie aufgehalten.

Jeffrey Epstein war 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste nicht volljähriger Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Nach einen umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft bekam er damals eine Haftstrafe von nur 18 Monaten. 

Nach einer neuerlichen Festnahme 2019 unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen wurde er wenig später erhängt in seiner Zelle aufgefunden.

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