„Zeichen der Freundschaft“: USA helfen Japan, den Yen zu stabilisieren
Die Ereignisse von Fukushima im März 2011 markierten das bisher letzte Mal, dass die G7-Staaten Japan halfen, zusätzlich zur Atom-, eine Wirtschaftskatastrophe zu verhindern. Zuletzt war die japanische Währung wegen der kräftig gestiegenen Inflation unter Druck geraten. Auslöser waren die stark verteuerten Öl- und Gasimporte infolge des Iran-Krieges. Fällt die Währung weiter, steigen auch die Importkosten weiter - ein Teufelskreislauf, den es zu durchbrechen galt.
Um den Yen dieses Mal zu stützen, intervenierten jetzt Tokio und Washington gemeinsam und kauften für viele Milliarden Yen auf. Ein koordiniertes Vorgehen der USA und Japan auf dem Devisenmarkt gab es das letzte Mal Ende der 1990er-Jahre.
US-Finanzminister Scott Bessent und Japans Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigten die abgestimmten Stützungskäufe, um die „übermäßige Volatilität und ungeordneten Bewegungen“ der Landeswährung einzubremsen. Hinter der sperrigen Formulierung steckt ein regelrechter Yen-Absturz. Die japanische Landeswährung fiel in den vergangenen Wochen und Monaten vor dem Eingriff auf den tiefsten Stand zum Dollar seit 40 Jahren.
US-Präsident Donald Trump spricht von einem „Zeichen der Freundschaft“. „Sie haben einen schwächelnden Yen und wollten ein bisschen Unterstützung. Wir sind immer da, um Japan zu helfen“, sagte er vor Journalisten an Bord der Air Force One.
Doch es dürfte nicht nur um Freundschaft gehen. Ein Hintergrund ist sicherlich, dass Japan nicht nur ein enger Verbündeter der USA ist, sondern auch mit 1,14 Billionen Dollar der größte Auslandsgläubiger. Kein anderes Land hat so viele amerikanische Staatsanleihen aufgekauft.
Außerdem hat der schwache Yen der Exportwirtschaft Japans lange Zeit sehr gutgetan. Die Exportstärke japanischer Autokonzerne wie Toyota ist den Amerikanern und speziell dem MAGA-Lager Trumps ein Dorn im Auge. Die Stützungskäufe für den Yen haben kurzfristig geholfen, der Kurs der Währung hat am Montag wieder zugelegt.
Ob der Eingriff der Notenbanken in Tokio und Washington auch langfristig hilft, den Yen-Kurs zum Dollar hoch zu halten, ist ungewiss. Japan ist in sehr hohem Maße von Rohstoffimporten abhängig. Steigt der Ölpreis, ist dem Japan relativ schutzlos ausgeliefert. Weitere Maßnahmen auf dem Devisenmarkt sind daher jederzeit möglich, sagte Katayama. Vor vier Monaten hatte Japan im Alleingang interveniert, das heißt Euro oder Dollar verkauft und dafür Yen aufgekauft. Der Sinn dahinter: Wenn weniger Yen im Umlauf sind, steigt der Preis der Währung, also der Kurs in Relation zu anderen Leitwährungen.
Experten haben ihre Zweifel, ob die Interventionen auf dem Devisenmarkt allein die Yen-Schwäche beenden können. Martin Schulz, Chefökonom des japanischen Technikkonzerns Fujitsu, sagte der NZZ: „Solange die Bank of Japan ihre Zinsen jetzt nicht mehrfach und deutlich erhöht (um die Inflation zu bremsen, Anm.), gibt es keine Chance, den Yen zu stabilisieren.
Das Verhältnis der beiden Staaten und Regierungen gilt als sehr gut. Schon im Oktober 2025, kurz nach Amtsantritt der neuen japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi, schmiedeten die USA und Japan eine neue „Sicherheitsallianz“, um die Abhängigkeit vom gemeinsamen Rivalen China zu reduzieren. Dabei geht es um seltene Erden und den Kauf von US-Rüstungsgütern durch Japan, was Trump sehr gefallen hat. Takaichi sagte damals, ihre beiden Staaten hätten „das stärkste Bündnis der Welt aufgebaut“.
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