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11.11.2016

Keine Hoffnung auf Michelle Obama 2020

Viele setzen auf die beliebte First Lady. Diese will aber gar nicht und ihre Chancen wären womöglich kleiner als angenommen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl. In den sozialen Medien geht ein Hashtag um, nämlich #Michelle2020. Viele Anhänger der Demokraten hoffen auf die First Lady für den Wahlkampf 2020. Michelle Obama erfreut sich großer Beliebtheit, Im Wahlkampf versuchte sie die emotionalen Defizite von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton mit emotionsgeladenen Reden auszugleichen. Sie wurde dafür gepriesen, einige Reden werden wohl in Auszügen in Erinnerung bleiben, zum Sieg verholfen hat es bekanntlich am Ende nicht.

Viele hatten mit Hillary Clinton bereits die erste Präsidentin im Oval Office gesehen. Nach der Wahlniederlage der Demokratin gegen den Milliardär Donald Trump, bauen sie jetzt auf die populäre Frau von US-Präsident Barack Obama. Nicht zuletzt weil es den Demokraten grundsätzlich an aussichtsreichen Kandidaten mangelt - zumindest aus heutiger Sicht.

Wenig Aussicht auf Erfolg

Es gibt wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Präsidentschaftskandidatur von Michelle Obama. Bereits Anfang Jänner zerschlug ausgerechnet der US-Präsident alle Hoffnung auf eine Kandidatur seiner Frau. Mit einem dreifachen "Nein" schloss dieser damals eine Kandidatur seiner Frau für das höchste Amt im Staat aus. "Im Leben sind drei Dinge sicher", sagte Obama damals: "der Tod, Steuern und Michelle kandidiert nicht als Präsidentin".

Michelle Obama selbst stellte in der Vergangenheit wiederholt klar, kein Interesse an einem politischen Amt zu haben. Schon 2014 schloss sie eine mögliche Kandidatur als Senatorin von Illinois aus.

Politische Beobachter sehen noch ein ganz anderes Problem. Hillary Clinton hat es nicht geschafft. Roger Cohen von der New York Times hat einen ernüchternden Verdacht: "Für manche Amerikaner – und das ist schmerzhaft einzugestehen – war es einfach zu viel zum Schlucken, dass eine Frau auf einen schwarzen Mann folgt." Der Rassismus sei mit dem ersten afroamerikanischen Präsidenten nicht einfach verschwunden, ebenso wenig der bestehende Sexismus, schreit Cohen.

Amtsübergabe auch für First Lady

Am Donnerstag trafen übrigens Barack Obama und Donald Trump erstmals zusammen, parallel fand auch ein Treffen zwischen Michelle Obama und Melania Trump statt- hinter verschlossenen Türen. Das Treffen sorgte für Häme im Netz.