Nach Orbán-Abwahl: Bilder der Euphorie gehen um die Welt

Auf Ungarns Straßen wurde nach der Parlamentswahl gefeiert. Noch Montagmittag fuhren einige öffentliche Verkehrsmittel nicht, die Müllabfuhr war mit Aufräumarbeiten beschäftigt.
Hungarian parliamentary election in Budapest

Am Morgen danach blieben auf dem Platz der großen Siegesfeier die Überreste wilden Party-Treibens zurück. Péter Magyar, der Gewinner der Parlamentswahl vom Sonntag, hatte auf dem Batthyány-Platz am Donauufer zu zehntausenden Anhängern gesprochen. Nach der 16-jährigen Herrschaft des Rechtspopulisten Viktor Orbán versprach er einen Neuanfang. Tausende Menschen feierten bis tief in die Nacht hinein. Sie tanzten ausgelassen zu Techno-Rhythmen, jubelten und skandierten Slogans.

Aufräumarbeiten dauerten am Montag an

Am Montagvormittag fuhren immer noch keine Busse zu dem Verkehrsknotenpunkt. Ein Großaufgebot der städtischen Müllabfuhr kehrte den Platz und sammelte Weggeworfenes ein. Die 63-jährige Judit, eine Aktivistin von Magyars TISZA-Partei, wunderte sich, dass der öffentliche Verkehr immer noch stillstand. Trotzdem zeigte sie sich glücklich: "Wir haben gewonnen! Der Diebstahl hat ein Ende! Jetzt können wir uns endlich der Europäischen Staatsanwaltschaft anschließen."

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Aber auch in vielen anderen Städten des Landes knallten die Sektkorken. Auf dem Platz vor dem Rathaus im südostungarischen Hódmezövasarhely kamen 2.000 Menschen zusammen, wie der Berufsfotograf Tibor Antalóczy der Nachrichtenagentur dpa am Telefon berichtete. In der Kleinstadt wohnen 40.000 Menschen. Auch hier habe eine deutliche Mehrheit für TISZA gestimmt, fügte Antalóczy hinzu.

Der örtliche Bürgermeister Péter Márki-Zay war bei der Parlamentswahl vor vier Jahren – damals erfolglos – Spitzenkandidat des Oppositionsbündnisses. Das war zu einer Zeit, als Magyar noch ein kleiner Funktionär jenes Orbán-Systems war, mit dem er vor zwei Jahren demonstrativ brach. In seiner eigenen Stadt genießt Márki-Zay Ansehen, als Bürgermeister wurde er schon zwei Mal wiedergewählt. Bei der Wahlparty am Rathausplatz stellte er sich zusammen mit dem siegreichen Kandidaten der TISZA-Partei, Gábor Ferenczi, dem Jubel der Anwesenden.

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