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Politik Ausland
07/24/2022

Umfrage in Italien: Rechtspopulistin Meloni knapp voran

Bei den vorgezogenen Neuwahlen am 25. September kündigt sich ein Rechtsruck in Italien an.

Die rechtspopulistische Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens/FdI) könnte laut einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage bei den vorgezogenen Neuwahlen am 25. September zur stärksten Einzelpartei des Landes aufrücken. Die Gruppierung um die Rechtspopulistin Giorgia Meloni würde es demnach auf 23,4 Prozent schaffen, geht aus der von der römischen Tageszeitung "La Repubblica" veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Dire-Tecnè hervor.

Laut der Erhebung ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Demokratischen Partei (PD - Partito Democratico) zu erwarten, die es laut Umfrage auf 23 Prozent der Stimmen schaffen könnte. Die rechte Lega um Ex-Innenminister Matteo Salvini käme demnach auf 14,6 Prozent, während die rechtskonservative Forza Italia um den langjährigen Premierminister Silvio Berlusconi 10,6 Prozent erreichen würde. Damit könnte die Mitte-Rechts-Allianz aus Fratelli d ́Italia, Lega und Forza Italia die relative Mehrheit im neugewählten Parlament erobern.

Die Fünf Sterne-Bewegung unter der Führung von Expremier Giuseppe Conte, die als stärkste Einzelpartei aus den Parlamentswahlen 2018 hervorgegangen war und sich vor einem Monat von Außenminister Luigi Di Maio getrennt hatte, ist auf 9,4 Prozent geschrumpft. Die kleine Mitte-Links-Partei "Italia viva" um Expremier Renzi muss sich mit 2,8 Prozent der Stimmen begnügen.

Die Regierungskoalition um Draghi war am Mittwoch in die Brüche gegangen. Daraufhin reichte der seit Februar 2021 amtierende Premier Draghi seine Demission ein. Vorgezogene Parlamentswahlen sind am 25. September geplant. Bisher hatte Italien noch nie sein Parlament im Herbst gewählt.

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