"Umarmungen statt Kugeln": Mexikos Präsident im Kampf gegen Fentanyl

 The 85th anniversary of the Oil Expropriation, in Mexico City
Im kommenden Jahr findet die Präsidentschaftswahl in Mexiko statt, die Spannungen in dem krisengebeutelten Land steigen. Seit 2006 haben mehr als 300.000 Menschen in Mexiko ihr Leben durch gewalttätige Vorfälle verloren.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador (auch bekannt als AMLO) hat angekündigt, die Verbreitung von Fentanyl im Land durch "Umarmungen statt Kugeln" bekämpfen zu wollen. Der Präsident erklärte, dass er sich auf eine Strategie der sozialen Programme und der wirtschaftlichen Entwicklung konzentrieren werde, um den Drogenhandel einzudämmen.

In Mexiko ist Fentanyl, ein synthetisches Opioid, das 50-100 Mal stärker als Morphin ist, für Tausende von Todesfällen verantwortlich. Die Droge wird häufig von mexikanischen Drogenkartellen hergestellt und in die Vereinigten Staaten geschmuggelt.

AMLO erklärte, dass der Kampf gegen den Drogenhandel und die damit verbundene Gewalt nicht durch militärische Aktionen gewonnen werden könne, sondern durch die Beseitigung von Armut und Ungleichheit. Er betonte, dass seine Regierung weiterhin mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten werde, um den grenzüberschreitenden Drogenhandel zu bekämpfen.

Der Präsident sagte auch, dass er Schulen besuchen werde, um mit Kindern zu sprechen und ihnen Ratschläge zu geben, um sie von Drogen fernzuhalten. Es sei führ ihn wichtig, sich einzusetzen für die Bedeutung der Erziehung und die Schaffung von Chancen für die Jugend, um ihnen eine Alternative zum Drogenhandel zu bieten.

Kritiker werfen AMLO jedoch vor, dass seine Strategie bisher wenig Erfolg gezeigt hat, da die Gewalt im Land weiterhin zunimmt. In den ersten drei Jahren seiner Amtszeit sind die Mordzahlen in Mexiko gestiegen und viele befürchten, dass seine "Umarmungen statt Kugeln"-Politik nicht ausreicht, um den Drogenhandel und die damit verbundene Gewalt einzudämmen.

500.000 Menschen demonstrieren in Hauptstadt

Hunderttausende Menschen folgten dem Aufruf des mexikanischen Präsidenten und versammelten sich am Samstag auf dem Zócalo-Platz in Mexiko-Stadt. Die Veranstaltung wurde anlässlich des 85. Jahrestags der Enteignung der Ölindustrie im Jahr 1938 abgehalten. Die Opposition deutete die Kundgebung jedoch als Reaktion auf einen Massenprotest, bei dem am 26. Februar Tausende gegen eine von López Obrador initiierte Wahlreform und für das Wahlinstitut INE demonstrierten.

Im nächsten Jahr stehen in Mexiko Präsidentschaftswahlen an, und in diesem Jahr wird die Morena-Partei von López Obrador ihre Kandidaten nominieren. Der Präsident versicherte in einer Wahlkampfrede, dass der Wandel weitergehen werde und es keinen Grund zur Sorge gebe.

López Obrador betonte auch die Unabhängigkeit Mexikos gegenüber den USA und lehnte den Vorschlag ab, dass das US-Militär im Kampf gegen Drogenkartelle eingreifen solle. Er sagte: "Mexiko ist ein unabhängiges und freies Land, keine Kolonie oder ein Protektorat der USA. Zusammenarbeit ja, Unterwerfung nein."

Kritiker werfen dem linksgerichteten Nationalisten autokratische Tendenzen vor. Seit 2006 haben Schätzungen zufolge mehr als 300.000 Menschen in Mexiko ihr Leben durch gewalttätige Vorfälle verloren. Ein erheblicher Teil dieser Gewalt kann auf Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen und Konflikte mit den mexikanischen Sicherheitskräften zurückgeführt werden.

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