Ukraine-Unterstützer bekennen sich zu weiterem Beistand

Beratungen der Ukraine-Kontaktgruppe.
Ukraine's President Volodymyr Zelenskiy meets Italian Prime Minister Giorgia Meloni at Chigi Palace, in Rome

Die Unterstützerstaaten der Ukraine haben dem von Russland angegriffenen Land demonstrativ ihren weiteren Beistand zugesagt. "Wir haben heute - und das war sehr wichtig - alle unsere Verpflichtungen gegenüber der Ukraine bekräftigt", sagte NATO-Generalsekretär Mark Rutte nach einer Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin. "Die Ukraine kann sich weiterhin auf uns verlassen", versicherte Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius.

Die weitere Unterstützung sei nötig, auch wenn die Augen der Welt auf den Nahen Osten sowie die Bemühungen um ein Ende der Blockade in der Straße von Hormus gerichtet seien. Russland profitiere von den gegenwärtigen Entwicklungen im Mittleren Osten. "Die steigenden Ölpreise spülen Geld in die für den Krieg bestimmten Geldkoffer von Putin, mindestens für den Moment", sagte Pistorius. Rutte zeigte sich zuversichtlich, dass die Ziele beim Kauf von US-Waffen für die Ukraine in diesem Jahr erfüllt werden können. "Ich bin optimistisch, dass wir den Fluss aus den USA finanzieren werden können."

London sagt Lieferung von 120.000 Drohnen zu

Zum Treffen der Kontaktgruppe sagte Großbritannien der Ukraine die Lieferung von 120.000 Drohnen für den Abwehrkampf gegen Russland zu. Es sei das bisher größte britische Drohnenpaket, sagte der britische Verteidigungsminister John Healey zum Auftakt des Treffens. Geliefert würden weitreichende Angriffsdrohnen, Aufklärungsdrohnen, Logistikdrohnen und solche mit maritimen Fähigkeiten.

Healey hob in der gemeinsamen Pressekonferenz die Bedeutung von Drohnen auf dem Schlachtfeld in der Ukraine hervor. Unbemannte Fluggeräte seien im März für 96 Prozent der russischen Verluste verantwortlich gewesen, die in diesem Monat mit 35.000 Mann einen Rekord erreicht hätten. "Drohnen haben diesen Krieg bestimmt und sie werden entscheidend sein für seinen Ausgang", sagte der Labour-Politiker. Er lobte zudem das Angebot Kiews, die Golfstaaten bei der Abwehr iranischer Drohnen und Raketen zu unterstützen.

Flugabwehr hat für Ukraine oberste Priorität

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bedankte sich für neue Beiträge von Belgien, Norwegen, Bulgarien, Litauen und Estland für das Programm PURL zum Kauf US-amerikanischer Waffen. Konkrete Angaben machte er nicht. "Unsere Prioritäten bleiben gleich, die Flugabwehr hat die oberste Priorität", unterstrich er.

Vorrang habe auch die ukrainische Produktion von Drohnen. "Drohnen ukrainischer Produktion führen mehr als 95 Prozent aller erfolgreichen Angriffe auf unseren Feind aus - sowohl auf dem Schlachtfeld als auch im Hinterland des Feindes", sagte Fedorow. Größere Bedeutung haben ihm zufolge auch Artilleriegranaten des NATO-Kalibers 155 Millimeter.

Beratungen in der deutschen Hauptstadt

Die militärischen Unterstützer der Ukraine trafen sich in Berlin auf Einladung von Pistorius. An dem Treffen der sogenannten Ukraine Defence Contact Group (UDCG) nahmen Pistorius, Healey, Rutte und Fedorow persönlich teil, andere Teilnehmer waren zugeschaltet.

Deutschland hatte bereits am Vortag bei Regierungskonsultationen mit der Ukraine weitere Militärhilfe zugesagt und zudem eine "strategische Partnerschaft" mit dem Land vereinbart. Die Zusammenarbeit soll künftig weit über die militärische und finanzielle Hilfe Deutschlands hinausreichen, sodass beide Seiten langfristig davon profitieren können.

Bekanntgegeben wurde, dass Deutschland einen Vertrag der Ukraine mit dem Rüstungsunternehmen Raytheon über die Lieferung von mehreren Hundert Patriot-Raketen finanzieren wird. Darüber hinaus sei mit dem deutschen Unternehmen Diehl Defence die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme vereinbart worden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Wann ist der 90-Milliarden-Kredit der EU frei?

Für die weitere militärische Durchhaltefähigkeit der Ukraine ist nun vor allem eine schnelle Freigabe des bislang von Ungarn blockierten 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU wichtig. Nach dem Wahlsieg des ungarischen Oppositionsführers Peter Magyar gibt es Hoffnungen auf eine schnelle Lösung. Er erwarte, dass die Blockade dieser Mittel jetzt schnell aufgehoben werde, sagte Pistorius in Berlin.

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