Ukrainische Drohnenangriffe: Historisches Krim-Museum getroffen
Zusammenfassung
- Ukrainische Drohnenangriffe trafen ein historisches Museum in Sewastopol auf der Krim; das Dach geriet in Brand, Opferzahlen sind unbekannt.
- Russische Luftabwehr meldete den Abschuss von 326 Drohnen, Angriffe richteten sich auch gegen Energie- und Industrieanlagen in mehreren russischen Regionen.
- Die Ukraine verstärkte Angriffe auf russische Ölindustrie, was zu Treibstoffmangel auf der Krim und Exportstopps von Benzin und Kerosin führte.
Bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland ist auf der annektierten Halbinsel Krim ein historisches Museum in Sewastopol getroffen worden. Das Dach des Museums, das an den Krimkrieg von 1853 bis 1856 erinnert, geriet in Brand, wie die örtlichen Behörden am Mittwoch mitteilten. Angaben über Opfer gab es zunächst nicht. Wegen der zunehmenden Luftangriffe schränkten die Behörden den nächtlichen Zugverkehr auf der Krim ein.
Zuvor war in dieser Woche bei einem Drohnenangriff ein Bahnarbeiter getötet und ein Lokführer verletzt worden. Ukrainische Angriffe gab es auch in Russland selbst, teils tief im Landesinneren. Ziel war wieder die Energie- und Industrieinfrastruktur. In Nowokuibyschewsk in der Region Samara, einem wichtigen Öl-Knotenpunkt an der Wolga mit mehreren Raffinerien des Staatskonzerns Rosneft, wurde die Drohnenabwehr aktiv.
Laut lokalen Medienberichten forderten die Behörden die Einwohner der Millionenstadt Samara auf, Schutz zu suchen, während der öffentliche Nahverkehr wegen Luftalarm eingestellt worden war. In der an die Ukraine grenzenden Region Rostow geriet ein Treibstofftank in Brand, während in der zentralen Region Wladimir zwei Industrieanlagen in Brand gerieten. Sogar in weit entfernten Regionen im Ural und in Sibirien wie Chanty-Mansijsk, Perm, Tjumen, Tscheljabinsk und Swerdlowsk wurde Luftalarm ausgelöst.
326 ukrainische Drohnen abgeschossen
Insgesamt schoss die russische Luftabwehr nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht 326 ukrainische Drohnen ab. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Berichte nicht unabhängig überprüfen. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Angriffe vor allem auf Anlagen der russischen Ölindustrie verstärkt, um eine wichtige Einnahmequelle der Regierung in Moskau zur Finanzierung ihres Angriffskriegs zu schwächen. Dies hat Russland dazu gezwungen, seine Ölförderung zu drosseln.
Der Export von Benzin und Kerosin wurde gestoppt. Auf der Krim herrscht zu Beginn der russischen Urlaubssaison Treibstoffmangel.
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