Erdoğans stärkster Rivale wechselt zu neuer Partei
Zusammenfassung
- Der inhaftierte Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu tritt nach 17 Jahren aus der CHP aus und schließt sich der von Ex-CHP-Chef Özgür Özel gegründeten „Neuen Partei“ an.
- Die „Neue Partei“ war im Juli von Özel und 90 Abgeordneten nach dessen Absetzung als CHP-Vorsitzender gegründet worden und ist bereits die zweitgrößte Kraft im Parlament.
- Die Spaltung der Opposition könnte Präsident Erdoğan vor der Wahl 2028 stärken, während Opposition und Menschenrechtsgruppen die Inhaftierungen von CHP-Mitgliedern als politisch motiviert kritisieren.
Der inhaftierte Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu schließt sich der neu gegründeten „Neuen Partei“ an. Das gab der schärfste politische Rivale von Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Mittwoch bekannt.
Er trete nach 17 Jahren aus der Republikanischen Volkspartei (CHP) aus, erklärte İmamoğlu auf der Kurznachrichtenplattform X.
„Hoffnungsvollere Zukunft für die Türkei“
„Heute eröffnen wir einen NEUEN Weg, um eine stärkere, demokratischere und hoffnungsvollere Zukunft für die Türkei aufzubauen.“
Im Juli hatten Oppositionsführer Özgür Özel und 90 weitere Abgeordnete die Neue Partei gegründet, nachdem ein Gericht Özel als CHP-Vorsitzenden abgesetzt hatte.
İmamoğlu sitzt seit mehr als einem Jahr wegen Korruptionsvorwürfen, die er zurückweist, in Untersuchungshaft. Wenige Tage nach seiner Festnahme im März 2025 war er zum Präsidentschaftskandidaten der CHP gewählt worden. Die Neue Partei ist bereits die zweitgrößte Kraft im Parlament und dürfte die meisten CHP-Wähler anziehen.
Die Zersplitterung der Opposition könnte jedoch Erdoğans Chancen erhöhen, seine 23-jährige Herrschaft bei den für 2028 geplanten Wahlen zu verlängern. Opposition und Menschenrechtsgruppen kritisieren die Inhaftierung Hunderter CHP-Mitglieder seit 2024 als politisch motiviert. Die Regierung weist dies zurück und betont die Unabhängigkeit der Justiz.
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