Tschechien diskutiert über Corona-Impfpflicht für über 60-Jährige

Tschechien diskutiert über Corona-Impfpflicht für über 60-Jährige
Laut Noch-Premier Babis handelt es sich um die am stärksten gefährdete Altersgruppe.

In Tschechien ist eine Corona-Impfpflicht für Senioren über 60 Jahren im Gespräch. "Der Grund dafür ist, dass diese Altersgruppe am stärksten gefährdet ist", sagte der geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babis am Dienstag in Prag. Ein Beratungsgremium der Regierung für Gesundheitsrisiken habe diesen Schritt empfohlen.

Das Gesundheitsministerium arbeite zudem an einem Entwurf für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Gesundheits- und Pflegepersonal, Polizisten, Soldaten und Feuerwehrleute. Die Verhängung des nationalen Notstands wegen der Corona-Pandemie ist hingegen vorerst vom Tisch.

Erforderlich dafür sei zunächst ein offizielles Ersuchen der Präsidenten der Verwaltungsregionen, betonte Babis. Der Multimilliardär ist seit seiner Niederlage bei der Parlamentswahl Anfang Oktober nur noch geschäftsführend im Amt. Der konservative Wahlsieger und designierte Nachfolger Petr Fiala sprach sich in der Vergangenheit gegen den Notstand und auch gegen eine Impfpflicht aus.

Nach aktuellen Zahlen gab es in Tschechien innerhalb von sieben Tagen zuletzt 1.029 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am stärksten sind weiter die östlichen Landesteile betroffen. Die Armee entsandte zusätzliche Soldaten zur Unterstützung in überlastete Krankenhäuser. In manchen Städten wie in Varnsdorf und Krasna Lipa nahe der Grenze zu Deutschland wurden die Weihnachtsmärkte vorsichtshalber abgesagt.

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