Politik | Ausland
28.03.2017

Trump-Schwiegersohn: Kontakte zu russischer Staatsbank

Der Kreml bezeichnet die Gespräche als "Alltagsgeschäft".

Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, hat sich im vergangenen Jahr mit Vertretern der staatlichen russischen Bank für Außenwirtschaft (VEB) getroffen. "Es gab dutzende Treffen mit Herrn Kushners Firma und mit Herrn Kushner selbst", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau.

Dies gehöre zum " Alltagsgeschäft", sagte Peskow. Deshalb sei die russische Regierung damals auch nicht über diese Treffen informiert worden.

Die Staatsbank hatte zuvor erklärt, Kushner habe sich im vergangenen Jahr mit Managern der VEB getroffen. Sie reagierte damit auf einen Bericht der New York Times über eine Begegnung von Trumps Schwiegersohn mit VEB-Chef Sergej Gorkow.

Die Bank teilte auf AFP-Anfrage mit, ihre Vorstandsmitglieder hätten sich 2016 mehrfach mit Vertretern der weltweit führenden Finanzinstitute, unter ihnen auch Kushner, getroffen. Bei den Gesprächen sei es um die künftige Strategie der Bank gegangen. Die US-Regierung hatte 2014 wegen der Ukraine-Krise Sanktionen gegen die VEB verhängt.

Der 36-jährige Kushner ist der Ehemann von Trumps Tochter Ivanka und als Präsidentenberater unter anderem für außenpolitische Dossiers zuständig. Während des Wahlkampfs sowie in der Übergangzeit zwischen der Wahl im November und dem Antritt der neuen Regierung im Jänner war er der primäre Verbindungsmann zwischen dem Trump-Team und ausländischen Regierungen.

Kushner wird aussagen

Am Montag teilte das Weiße Haus mit, dass Kushner im Zuge der Untersuchungen im US-Kongress zu den Russland-Kontakten des Trump-Teams freiwillig vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aussagen werde. Laut US-Medienberichten soll Kushner im Dezember im New Yorker Trump Tower mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak zusammengetroffen sein. Bei dem Treffen war nach diesen Informationen auch der spätere Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn dabei.

Flynn musste Anfang Februar nach nur kurzer Amtszeit zurücktreten, weil er falsche Angaben über Telefonate mit Kisljak gemacht hatte. Die Geheimdienstausschüsse von Repräsentantenhaus und Senat gehen derzeit dem Verdacht illegaler Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und Moskau nach. Auch das FBI ermittelt deswegen.