Paul Manafort.

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Politik Ausland
01/09/2019

Trumps Ex-Wahlkampfchef: Spur in den Kreml wird heißer

Paul Manafort versorgte Kreml-nahe Oligarchen mit Wählerumfragen.

von Dirk Hautkapp

Für Adam Schiff, den neuen demokratischen Vorsitzenden des Geheimdienst-Ausschusses im US-Repräsentantenhaus und hartnäckigsten Verfolger der mutmaßlichen Trump-Kreml-Connection, hätte 2019 kaum besser anfangen können. Grund ist eine Schludrigkeit von Anwälten.

Diese offenbarte, dass Paul Manafort (69), der Ex-Wahlkampf-Manager von Donald Trump, 2016 einem russischen Verbindungsmann mit Kontakten zu Geheimdiensten und Kreml-nahen Oligarchen wertvolle Umfrage-Daten über das Meinungsbild in den USA vor der Präsidentschaftswahl zugesteckt hat.

Für Schiff bestätigt sich dadurch der  Verdacht, dass die Wahlkampagne Trumps mit russischen Stellen  kooperiert hat, um Hillary Clinton zu verhindern.

Troll-Fabriken

Mit den Umfrage-Daten, so sagen Experten in Washington, konnten russische Troll-Fabriken, die in sozialen Medien mit Einfluss auf die Debatte Trump/Clinton genommen haben, „für einzelne Bundesstaaten passgenaue Botschaften an Wähler schicken“.

Die neue Information, die als „brisant“ bezeichnet wird, kam ans Tageslicht, weil Anwälte Manaforts, der in Haft sitzt, Gerichtsunterlagen mit Geständnissen des Lobbyisten gegenüber Sonderermittler Robert Mueller nicht sorgfältig genug geschwärzt hatten.

Im Internet ist daher detailliert zu lesen, wie Manafort seinem Ex-Vertrauten Konstantin Kilimnik die sensiblen Daten weitergegeben hat. Kilimnik hat Verbindungen zum russischen Geheimdienst GRU. Empfänger der Info-Ware sollen ukrainische Oligarchen mit glänzenden Kontakten zu Russlands Präsident Wladimir Putin wie Rinat Achmetow gewesen sein.

Laut Mueller hatte Manafort über seine Händel mit Kilimnik, den er Anfang 2017 in Madrid auch wegen eines Russland-freundlichen Friedensplans für die Ukraine traf, bei der Einvernahme gelogen.

Putin-freundlich

Manafort, langjähriger Berater des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, hatte  2016 versucht, die Position der US-Republikaner zum Ukraine-Konflikt in eine Putin-freundliche Richtung zu schieben. Dabei setzte er auch auf Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer.

Die Frage, die Demokraten umtreibt, ist die: Was geschah mit den Umfragedaten in Russland? Und: Wusste Donald Trump oder sein engstes Umfeld davon?