Politik | Ausland
21.05.2017

Trumps Islam-Rede: Kritik an und Spott aus Iran

US-Präsident bringt selbsternannte Botschaft "der Freundschaft, der Hoffnung und der Liebe" und übt scharfe Kritik am Iran.

US-Donald Trump hat die islamischen Staaten aufgefordert, Terroristen keine Zuflucht zu bieten. Die Staaten müssten sicherstellen, "dass Terroristen keinen sicheren Ort auf ihrem Staatsgebiet finden", sagte der US-Präsidentam Sonntag beim US-islamischen Gipfel in der saudischen Hauptstadt Riad. "Vertreibt sie!", rief Trump vor den Vertretern von über 50 islamischen Staaten aus.

Die Staaten im Nahen Osten dürften nicht auf die USA warten, "um den Feind zu zerschlagen", betonte Trump. Vielmehr müssten sie selbst ernsthaft gegen die " Krise des islamistischen Extremismus" vorgehen. Der Kampf gegen den Terrorismus sei eine "Schlacht zwischen Gut und Böse". Es gehe nicht um einen Kampf zwischen Religionen oder Zivilisationen, sondern zwischen "barbarischen Kriminellen" und "anständigen Menschen".

Die Rede im Video (Trump ab 1 Stunde, 25 Minuten)

Er bringe eine Botschaft "der Freundschaft, der Hoffnung und der Liebe", sagte Trump, der für seinen Einreisebann gegen Bewohner von muslimischen Staaten massiv kritisiert worden war. In seiner Rede betonte er seinen Respekt für die islamischen Staaten. "Wir sind nicht hier, um gute Ratschläge zu erteilen", sagte er. "Wir sind nicht hier, um den Menschen zu erzählen, wie sie zu leben, was sie zu tun, wer sie zu sein oder wie sie ihren Glauben auszuüben haben."

Scharfe Kritik übte Trump am Iran, der nicht zum Gipfel geladen worden war. Teheran finanziere Waffen und trainiere Terroristen, Milizen und andere extremistische Gruppen, die Zerstörung und Chaos verbreiteten. Die iranische Regierung spreche offen über Massenmord, die Vernichtung Israels und den Tod für Amerika, sagte Trump. Zu den tragischsten Interventionen des Irans gehöre der Bürgerkrieg in Syrien. Solange das "iranische Regime" nicht bereit sei, ein Partner für Frieden zu sein, müssten alle Nationen zusammenarbeiten, um es zu isolieren.

Hohn aus dem Iran

Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif reagiert mit Spott auf die Kritik an seinem Land. "Der Iran wird - unmittelbar nach richtigen Wahlen - von @POTUS (gemeint ist Trump, Anm.) in dieser Bastion der Demokratie und Mäßigung attackiert", schrieb Zarif am Sonntagabend auf Twitter in Anspielung auf das streng-religiöse und autokratische Königreich Saudi-Arabien.

"Ist das Außenpolitik oder wird das KSA (Königreich Saudi-Arabien) einfach nur um 480 Milliarden Dollar gemolken?", stellte Zarif die Motivation für Trumps Attacken gegen den regionalen Rivalen Saudi-Arabiens infrage. Der iranische Außenminister veröffentlichte als Beleg einen Ausschnitt aus der Rede Trumps in Riad, in der er zunächst die Isolierung des Iran fordert und zu Gebeten aufruft "für den Tag, an dem das iranische Volk die gerechte und rechtschaffene Regierung haben wird, die es verdient".

Daran anschließend findet sich eine von Zarif hervorgehobene Passage, in der sich Trump überschwänglich für die am Samstag zwischen den USA und Saudi-Arabien geschlossenen Wirtschaftsdeals im Umfang von Hunderten Milliarden Dollar bedankt. " König Salman, ich möchte Ihnen dafür danken, dass Sie diesen großen historischen Augenblick ermöglicht haben und für Ihr massives Investment in die USA, seine Industrie und Arbeitsplätze."