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Politik Ausland
07/06/2020

Trump-Nichte mit Enthüllungsbuch über "gefährlichsten Mann der Welt"

Der US-Präsident ging gerichtlich gegen die Buchveröffentlichung vor, scheiterte aber. Nun soll die Buchpräsentation vorgezogen werden.

Das Enthüllungsbuch der Nichte von US-Präsident Donald Trump, Mary Trump, soll bereits in der kommenden Woche erscheinen - zwei Wochen früher als geplant. Mary Trump, eine promovierte Psychologin, werde darin erläutern, wie ihr Onkel „der Mann wurde, der jetzt die Gesundheit der Welt, die wirtschaftliche Sicherheit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedroht“, teilte der Verlag Simon & Schuster. Sie habe einen Großteil ihrer Kindheit auf dem Anwesen der Milliardärs-Familie in New York verbracht und sei dort Zeugin zahlloser Familienfeiern und Zusammenkünfte gewesen, hieß es.

Als Datum der Veröffentlichung nannte der Verlag Simon & Schuster am Montag im Internet den 14. statt wie bislang den 28. Juli. In der vergangenen Woche hatte ein Gericht in New York eine einstweilige Verfügung gegen den Verlag aufgehoben. Die Verfügung gegen Mary Trump bleibt jedoch zunächst in Kraft, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Eine Anhörung ist für Freitag angesetzt.

Der Titel des 240 Seiten umfassenden Buchs lautet auf Deutsch übersetzt: „Zu viel und nie genug - Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt geschaffen hat“. In der Beschreibung des Verlags heißt es, Mary Trump zeichne ein „Porträt von Donald J. Trump und der toxischen Familie“, die ihn zu dem gemacht habe, was er heute sei: Ein Mann, „der jetzt die Gesundheit, die wirtschaftliche Sicherheit und das soziale Gefüge der Welt bedroht“. Mary Trump ist die Tochter von Donald Trumps ältestem Bruder Fred, der 1981 starb.

Zur Begründung seiner Klage hatte Donald Trumps Bruder Robert Trump angeführt, dass Mary Trump mit dem Buch gegen eine Vertraulichkeitsvereinbarung verstoße, die im Zusammenhang mit der Nachlassregelung ihres Großvaters, also des Vaters des Präsidenten, geschlossen worden sei. Der Präsident hat die geplante Veröffentlichung mit Verweis auf die Vertraulichkeitsvereinbarung als rechtswidrig bezeichnet.

In der Begründung zu seiner Entscheidung schrieb Richter Alan Scheinkman, dass Simon & Schuster nicht an der Vereinbarung beteiligt gewesen sei. Im Gegensatz zu Mary Trump habe Simon & Schuster nicht zugestimmt, die „Rechte aus dem Ersten Verfassungszusatz (zur Redefreiheit) abzutreten“.