Rücksicht auf Nordkorea: Trump reduziert Militärmanöver mit Südkorea
Zusammenfassung
- Trump weist das Pentagon an, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu reduzieren; die Übung „Ulchi Freedom Shield“ im August wird jedoch nicht komplett abgesagt.
- Zur Begründung nennt Trump seine gute Beziehung zu Kim Jong Un sowie hohe Kosten und ein aus seiner Sicht feindseliges Signal an Nordkorea.
- Zudem kritisiert Trump Südkorea, weil Seoul eine Beteiligung an der von ihm angesprochenen Denuklearisierung des Iran abgelehnt habe.
US-Präsident Donald Trump hat das Verteidigungsministerium angewiesen, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu reduzieren.
Dies teilte er am Sonntag auf seiner Online-Plattform Truth Social mit. Es sei zwar zu spät, die für den 17. bis 27. August geplanten jährlichen Übungen „Ulchi Freedom Shield“ komplett abzusagen, er sei jedoch nicht glücklich über die US-Teilnahme, erklärte Trump.
Gute Beziehung zu Kim
Der Präsident verwies zur Begründung auf seine sehr gute Beziehung zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un. Die Manöver seien teuer und sendeten ein völlig unangemessenes und feindseliges Signal an ein Land, das sich während seiner Präsidentschaft respektvoll und nicht bedrohlich verhalten habe, schrieb Trump.
Trump kritisierte zudem die Haltung Südkoreas im Konflikt der USA und Israels mit dem Iran. Er habe den südkoreanischen Präsidenten kürzlich gefragt, ob sich das Land an der Denuklearisierung des Iran beteiligen wolle, was dieser mit den Worten „Nein danke“ abgelehnt habe.
Nordkoreanische Soldaten verletzten Demarkationslinie
Südkoreas Militär hat in der vergangenen Woche Warnschüsse abgefeuert, nachdem nordkoreanische Soldaten die militärische Demarkationslinie verletzt hatten. Daraufhin seien die Soldaten auf ihre Seite zurückgekehrt, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap am Sonntag unter Berufung auf einen Insider. Dem Bericht zufolge überquerten mehrere nordkoreanische Soldaten die Demarkationslinie im östlichen Teil der entmilitarisierten Zone.
Es ist die erste gemeldete Verletzung der Demarkationslinie durch das nordkoreanische Militär in diesem Jahr. Die nordkoreanischen Soldaten waren demnach wahrscheinlich auf Patrouille, als sie die Linie überquerten. Nach ihrer Rückkehr seien keine weiteren ungewöhnlichen Aktivitäten gemeldet worden, hieß es weiter. Im vergangenen Jahr hatten nordkoreanische Truppen die Linie 17 Mal verletzt. Eine Stellungnahme der nordkoreanischen Botschaft in Singapur lag zunächst nicht vor.
Die beiden koreanischen Staaten befinden sich technisch gesehen immer noch im Kriegszustand, da ihr Krieg von 1950 bis 1953 mit einem Waffenstillstand endete, nicht aber mit einem Friedensvertrag.
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