Quelle: US-Angriff auf den Iran soll innerhalb von 24 Stunden erfolgen

Iranians rally to mark US embassy takeover anniversary
Die USA ziehen teilweise Personal aus der Militärbasis in Katar ab. Vier Szenarien sind denkbar.

Die Gerüchteküche brodelt – und diesmal gibt es handfeste Indizien, dass Washington mindestens eine begrenzte militärische Option im Iran vorbereitet. Ein Indiz ist eine Reuters-Meldung über den teilweisen Abzug von US-Personal aus einer Basis in Katar. Ein weiteres – wieder eine Reuters-Meldung -, dass zwei europäische Beamte gegenüber der Nachrichtenagentur gesagt hätten, dass eine Militärintervention sehr wahrscheinlich sei. Eine Quelle habe gar gesagt, in den nächsten 24 Stunden. Zudem soll ein israelischer Beamter berichtet haben, dass US-Präsident Donald Trump eine Entscheidung zur Intervention getroffen habe. Das Ausmaß sowie der Zeitpunkt sei noch unklar.

Trump selbst befeuert die Eskalation politisch seit Tagen: In öffentlichen Statements rief er die Protestler dazu auf, weiterzumachen und Institutionen zu übernehmen; „Hilfe ist unterwegs“, schrieb er, ohne zu präzisieren, ob er Diplomatie, Sanktionen – oder Militär meint.  

Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) gab indes bekannt, dass die iranischen Sicherheitskräfte bisher mindestens 3428 Demonstrantinnen und Demonstranten getötet haben. Mehr als 10.000 Menschen wurden laut IHR im Zuge der Massenproteste festgenommen.

Welche Angriffe wären am wahrscheinlichsten?

Aus den bislang öffentlich kolportierten Planungen ergibt sich weniger das Bild eines großen Regimewechsel-Krieges – sondern eines kalibrierten, mehrstufigen Druckpakets:

1. Cyber-Optionen/elektronische Angriffe 

Mehrere Berichte nennen als „engere“ und damit plausiblere Optionen Cyberangriffe beziehungsweise Maßnahmen gegen iranische Kontroll- und Sicherheitsstrukturen. Das wäre attraktiv, weil es Washington Handlungsspielraum gibt, ohne sofort sichtbare Zerstörung mit vielen zivilen Opfern zu riskieren. 

2. Begrenzte Schläge gegen den inländischen Repressionsapparat

Ebenfalls als wahrscheinlichere “Option werden Treffer gegen den inländischen Sicherheitsapparat genannt – also gegen jene Strukturen, die Proteste niederschlagen. Etwa Trainingszentren der Revolutionsgarden und anderer, regierungstreuer Milizen. 

3. Schläge gegen Raketen-Infrastruktur

Eine Operation mit erheblichem Eskalationspotenzial wären Angriffe auf Raketenstellungen, beziehungsweise Arsenale. Dies würde ein deutlich höheres Vergeltungsrisiko bergen, weil Teheran genau dort seine Abschreckung verortet. 

4. Nuklearbezogene Ziele 

Zusätzliche Angriffe auf Aspekte des Nuklearprogramms werden als Möglichkeit genannt, wären aber die heikelste Variante: Sie könnten den Iran zu massiver Vergeltung treiben und die Lage über den Golf hinaus entzünden. Die eigentlichen Rivalen des Iran – die Golfstaaten – versuchen, Trump von solchen Schritten abzubringen.

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