Politik | Ausland
29.11.2018

Technischer Defekt am Airbus: Merkel muss Reise zu G20 unterbrechen

Die Maschine musste außerplanmäßig in Köln landen.

Wegen eines technischen Schadens an ihrem Regierungsflugzeug verzögert sich die Anreise der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zum G-20-Gipfel in Argentinien auf unbestimmte Zeit. Das Regierungsflugzeug "Konrad Adenauer" mit Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz an Bord musste am Donnerstag auf dem Flughafen Köln-Bonn landen.

Merkel plant ihre Weiterreise für den frühen Freitagmorgen. Die Kanzlerin, Finanzminister Scholz und ein sehr kleiner Teil der Delegation würden dann in die spanische Hauptstadt Madrid reisen, um von dort per Linienflug nach Buenos Aires zu gelangen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die Nacht wollte die Kanzlerin in einem Bonner Hotel verbringen.

Der Defekt wird Merkels Terminplan auf dem G-20-Treffen durcheinanderbringen. Laut Seibert wird geprüft, ob geplante Treffen verlegt werden können.

Aus Sicherheitsgründen hatte sich der Flugzeugkommandant etwa eine Stunde nach dem Abflug in Berlin entschieden, die 15-stündige Reise in die argentinische Hauptstadt wegen des Ausfalls "einiger elektronischer Systeme" nicht mit dem ursprünglichen Flugzeug fortzusetzen. Ein Sicherheitsrisiko bestand jedoch nicht, wurde den Passagieren mitgeteilt. Das Flugzeug landete dann sicher in Köln. Auf dem Flughafen waren dennoch Feuerwehrwagen aufgefahren, weil die Maschine noch erhebliche Mengen an Kerosin für den langen Flug nach Argentinien an Bord hatte.

Nicht der erste Vorfall

Regierungskreise hatten am Donnerstag angekündigt, dass zahlreiche bilaterale Treffen etwa mit den Präsidenten der USA, China, Russlands und Indiens geplant seien. Merkels Teilnahme am ersten Gipfel-Tag sowie etliche bilaterale Treffen dürften nun durch das verspätete Eintreffen gefährdet seien. Auf der Agenda stehen Themen wie Handelskonflikte zwischen den USA und der EU, der USA und China sowie die Eskalation der Lage in der Ostukraine.

Merkel will unter anderem mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Spannungen im Ukraine-Konflikt beraten. Der Konflikt war am Sonntag in der Meerenge von Kertsch eskaliert, als Russland mit einem Frachtschiff drei ukrainischen Marinebooten die Einfahrt ins Asowsche Meer verwehrte. Russische Grenzschutzboote beschossen die ukrainischen Schiffe und verletzten mehrere Matrosen. Dann beschlagnahmten sie die Boote. US-Präsident Donald Trump hatte Merkel als Vermittlerin ins Gespräch gebracht. "Lasst uns Angela einbeziehen", sagte er in einem Interview der "New York Post". Ein Treffen mit Putin am Rande des G-20-Gipfels hatte Trump wegen der Krise abgesagt.

Es ist nicht der erste derartige Vorfall mit einem deutschen Regierungsflieger in jüngerer Zeit: Scholz wurde nun binnen sechs Wochen zum zweiten Mal Opfer eines Defekts mit dem Langstreckenairbus, von denen die Flugbereitschaft nur zwei hat. Jüngst war es auch bei der Afrika-Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Verzögerungen wegen eines technischen Defekts an seiner Maschine gekommen.