Straße von Hormus: Blockade mit massiven Auswirkungen
Seit dem Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Verkehrsrouten im weltweiten Ölhandel, faktisch gesperrt.
Der Iran lässt seither kaum noch Schiffsverkehr durch die Meerenge zu - mit massiven Auswirkungen.
Mehr als 20 Vorfälle
Seit Monatsbeginn haben laut der britischen Behörde für Sicherheit im Schiffsverkehr (UKMTO) 23 Handelsschiffe, darunter zehn Tanker, Angriffe oder Sicherheitsvorfälle im Persischen Golf, in der Straße von Hormuz oder im Golf von Oman gemeldet.
Darüber hinaus meldeten die iranischen Revolutionsgarden vier weitere Angriffe auf Schiffe, die nicht von internationalen Behörden bestätigt wurden.
Bisher mindestens acht Todesopfer
Seit Beginn des Iran-Kriegs wurden in der Region laut der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO acht Seeleute oder Hafenarbeiter getötet. Vier weitere gelten als vermisst, zehn wurden verletzt.
Schiffsverkehr um 95 Prozent zurückgegangen
Normalerweise durchqueren nach Expertenangaben pro Tag etwa 120 Schiffe die Straße von Hormuz. Zwischen dem 1. und dem 19. März jedoch wurden nach Angaben des Unternehmens Kpler insgesamt nur 114 Durchfahrten von Frachtern registriert. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ging damit um 95 Prozent zurück. Von den 114 Frachtern hatten 69 Öl oder Gas geladen, die meisten fuhren in Richtung Osten. In den vergangenen Tagen gab es nach Angaben des Unternehmens Clarksons pro Tag etwa fünf Durchfahrten.
20.000 Seeleute und tausende Schiffe gestrandet
Neben Kreuzfahrtpassagieren und Hafenarbeitern sind laut der IMO wegen der Blockade etwa 20.000 Seeleute in der Golfregion gestrandet. Zudem sitzen demnach etwa 3200 Schiffe fest, zwei Drittel davon große Frachter für den internationalen Handel.
Die Zahl der am Golf festsitzenden Öltanker schätzt Clarksons auf 250, die gemeinsam fünf Prozent der weltweiten Transportkapazität für Rohöl ausmachen.
Steigender Ölpreis
Unter anderem wegen der Sperrung der Straße von Hormuz ist der Ölpreis in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen, am Donnerstag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 115 Dollar.
Der Preis für Schiffsdiesel schoss seit Beginn des Iran-Krieges um 87 Prozent in die Höhe. Die Kosten für den Transport von einem Barrel Rohöl verdoppelten sich seit Jahresbeginn und liegen jetzt bei zehn Dollar.
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