Politik | Ausland
22.03.2018

Strafzölle: China will "angemessen" reagieren

China warnt vor den Folgen eines "Handelskrieges" und fordert den Rest der Welt auf, sich den USA entgegenzustellen.

China hat angekündigt, auf mögliche US-Strafzölle auf eigene Produkte mit "angemessenen Maßnahmen" zu reagieren. China werde nicht "untätig herumsitzen" und zulassen, dass die legitimen Rechte und Interessen des Landes verletzt würden, erklärte das chinesische Handelsministerium am Donnerstag.

Zuvor hatte ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington erklärt, dass US-Präsident Donald Trump am Donnerstag handelspolitische Maßnahmen gegen China verkünden wolle.

In Erwartung neuer US-Strafzölle hat China eindringlich vor den Folgen eines Handelskriegs gewarnt. Die parteinahe Tageszeitung China Daily forderte am Donnerstag den Rest der Welt dazu auf, sich Washington entgegenzustellen.

"Da die Vereinigten Staaten ihren Kurs nicht zu korrigieren scheinen, sollten andere Länder aufhören zu hoffen, dass ihnen protektionistische Schüsse (durch die USA) erspart bleiben", schrieb sie.

Weißes Haus beklagt "wirtschaftliche Aggression"

Das Weiße Haus hatte zuvor mitgeteilt, dass US-Präsident Trump am Donnerstag Maßnahmen gegen Chinas "wirtschaftliche Aggression" ankündigen werde. Laut US-Medien könnten demnach Waren aus China im Wert von bis zu 60 Mrd. US-Dollar (48,84 Mrd. Euro) mit Zöllen belegt werden. Als Grund wird die Verletzung von Urheberrechten und der Zwang für US-Unternehmen in China genannt, Technologie zu transferieren.

Unabhängig davon hatte die USA bereits Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium aus mehreren Ländern angekündigt, von denen China aber nicht besonders betroffen wäre, da es für weniger als zwei Prozent der US-Stahlimporte verantwortlich ist.

"Der Rest der Welt muss zusammenstehen, um einen Handelskrieg zu verhindern", schrieb die chinesische Zeitung weiter. Die Geschichte habe gezeigt, dass "Nadelstiche des Protektionismus" letztlich zum Krieg führen können.

Soja-Strafzölle möglich

Beobachter halten es für möglich, dass China als Antwort auf US-Strafen Zölle auf US-Agrarprodukte wie Sojabohnen verhängen könnte. Davon wären vor allem Landwirte betroffen, von denen viele als Trump-Unterstützer gelten. Auch könnten die Chinesen den US-Flugzeugbauer Boeing ins Visier nehmen und künftig mehr Aufträge an den europäischen Konkurrenten Airbus vergeben.

Als Reaktion auf die wirtschaftliche Abschottung der USA unter rump hatte sich Chinas Führung zuletzt immer wieder als Vorkämpfer für den Freihandel inszeniert. Trotz mancher Zusicherungen bleiben ausländische Firmen skeptisch. Deutsche Firmen, die in China aktiv sind, hatten zuletzt im November in einer Umfrage der deutschen Handelskammer (AHK) ihrem Ärger über den unfairen Wettbewerb in der Volksrepublik Luft gemacht. Während chinesische Firmen ohne Probleme Milliardenübernahmen in Deutschland tätigen könnten, blieben viele Türen in China verschlossen.

Auch wurde darauf verwiesen, dass in China im Durchschnitt deutlich höhere Zölle gelten als in Europa und den USA, wo die Handelsschranken bisher im Vergleich noch am niedrigsten sind.