┬ę REUTERS / Laszlo Balogh

Politik Ausland
11/14/2018

Soros-Stiftung: "Mitarbeiter und Daten in Ungarn nicht sicher"

Vorsitzender: Ungarns Premier Orban nutzt George Soros als Feinbild zur Ablenkung von seinen eigenen Fehlern.

Die Stiftung des ungarischst├Ąmmigen US-Milliard├Ąrs George Soros hat den Umzug ihres B├╝ros von Budapest nach Berlin mit Sicherheitsbedenken begr├╝ndet. In Ungarn herrsche "ein Klima, das es uns schwer macht, f├╝r die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unserer Daten zu garantieren", sagte der Pr├Ąsident der Open Society Foundation, Patrick Gaspard, der "Zeit" laut Vorausbericht vom Mittwoch.

Dagegen werde Kritik in Deutschland als "Gewinn f├╝r die Demokratie, nicht als eine Bedrohung" empfunden. Gaspard sagte weiter, der j├╝dische Milliard├Ąr Soros sei in Ungarn f├╝r Politiker wie den rechtsnationalistischen Regierungschef Viktor Orban ein willkommenes Feindbild, um von eigenen Fehlern abzulenken. Oft h├Ątten Orbans Angriffe eine "antisemitische Komponente".

Die Soros-Stiftung, die ihren Hauptsitz in New York hat, hatte ihr B├╝ro in Budapest Ende August geschlossen und war nach Berlin umgezogen. Zuvor hatte die ungarische Regierung monatelang gegen Soros Stimmung gemacht. Orban warf Soros wiederholt vor, ├╝ber seine Stiftung eine "Masseneinwanderung" in die EU zu steuern. Im Juni verabschiedete die Regierung ein umstrittenes Gesetzespaket, das die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen einschr├Ąnkt. Es wird unter Anspielung auf Soros auch "Stop-Soros-Gesetz" genannt. Die Soros-Stiftung unterst├╝tzt zahlreiche Nichtregierungsorganisationen weltweit. Sie setzt sich f├╝r Grundwerte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein.

Jederzeit und ├╝berall top-informiert

Uneingeschr├Ąnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare