Politik | Ausland
22.05.2017

Saudis spenden Millionen für Ivanka-Trump-Fonds

Ein gemeinsam mit der Weltbank aufgesetzter Hilfsfonds für Frauen wird nun von mehreren islamischen Ländern unterstützt. Donald Trump hatte im Wahlkampf ähnliche Spenden an Clinton-Stiftung verurteilt.

Donald Trump bringt nicht nur einen Mega-Waffendeal im Unfang von bis zu 350 Milliarden Dollar von seiner arabischen Reise mit - auch Tochter Ivanka Trump kann sich über eine saftige Geldspritze für einen von ihr mitinitiierten Hilfsfonds freuen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emiraten sagten eine Riesenspende in Höhe von 100 Millionen Dollar zu.

Die Weltbank, die den Fonds kontrolliert, teilte dies am Sonntag über ihren Präsidenten Jim Yong Kim zum Abschluss des Trump-Besuchs in Saudi-Arabien mit. Der Hilfsfonds soll die Stellung von weiblichen Unternehmerinnen stärken und Frauen in Entwicklungsländern den Zugang zu Firmennetzwerken und Finanzmärkten ermöglichen.

Ende April machten Ivanka Trump und Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Treffen in Berlin Werbung für das Projekt, das sich allerdings noch im Aufbau befand. Damals berichtete die AP, dass Trump mit der Idee an den Weltbankchef herangetreten sei. Die "First Daughter" solle zwar keine offizielle Verfügungsgewalt über die Gelder bekommen, aber eine "starke Anwältin" für das Anliegen sein, verlautete aus Weltbank-Kreisen.

Trump verurteilte Saudi-Spende an Clinton

Im Wahlkampf hatte ihr Vater Donald Trump die Entgegennahme von Spenden aus Saudi-Arabien noch auf das Schärfste verurteilt. So hatte er Hillary Clinton im Juni 2016 dazu aufgefordert, "die 25 Millionen US-Dollar umgehend zurückzugeben, die sie von Saudi-Arabien für die Clinton-Foundation bekommen hat". Umso mehr, weil "die korrupte Hillary", wie er sie bezeichnete, gleichzeitig gesagt habe: "Wir müssen Saudi-Arabien dazu bringen, die Finanzierung des Hasses zu stoppen."

Ivanka Trump sieht Fortschritte

In Saudi-Arabien machte sich Ivanka Trump für Frauenrechte stark. Die 35-Jährige sagte am Sonntag vor Vertreterinnen des sunnitischen Königreichs in Riad, in den vergangenen Jahren habe es ermutigende Fortschritte in dem Land gegeben. "Es gibt aber noch viel zu tun", betonte Trump, die ihren Vater Donald auf seiner Antrittsreise begleitet. "Freiheiten und Chancen müssen weiter erkämpft werden", fügte Ivanka Trump hinzu.

Saudi-Arabien ist das einzige Land der Welt, in dem Frauen nicht Auto fahren dürfen. In der Öffentlichkeit sollen sie sich von Kopf bis Fuß verschleiern. Ivanka Trump zeigte sich den Fotografen im Königspalast dagegen mit offenen Haaren.

In dem Königreich gibt es erste Ansätze zu einer Lockerung der strengen Geschlechtertrennung. So wurden kürzlich überraschend Frauen an die Spitze der Börse und der einflussreichen Bank Samba berufen. An dem Treffen mit Ivanka Trump nahm unter anderem die saudi-arabische Prinzessin Reema bint Bandar teil, die stellvertretende Vorsitzende der Frauensportbehörde.