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Massive Angriffe Russlands: Bombardements im Osten der Ukraine

Die Hafenstadt Odessa und Kramatorsk sind betroffen. Ukraine und EU-Vertretung in Kiew zeigen sich aber unbeeindruckt von den russischen Drohungen.
Ein Backsteingebäude steht in Flammen, dichter Rauch steigt auf.

Zusammenfassung

  • Russische Luftangriffe fordern in Odessa und Kramatorsk mindestens einen Toten und mehrere Verletzte, darunter ein Kind.
  • Ukraine und EU-Vertretung in Kiew zeigen sich trotz russischer Drohungen unbeeindruckt und bleiben vor Ort.
  • Russland droht mit weiteren Angriffen auf Kiew nach schwersten Attacken seit Kriegsbeginn; internationale Verurteilung folgt.

Bei schweren russischen Luftangriffen ist Montagabend laut ukrainischen Behörden im Osten des Landes mindestens ein Mensch getötet worden. 15 weitere wurden demnach verletzt. In der Hafenstadt Odessa sei ein Infrastrukturobjekt durch Beschuss zerstört worden, teilte Gouverneur Serhij Lyssak auf Telegram mit. Von den vier Verletzten sei einer seinen Wunden erlegen. In der Stadt Kramatorsk im Gebiet Donezk wurden durch den Abwurf gelenkter Gleitbomben zwölf Personen verletzt.

"Unter den Verletzten ist ein achtjähriger Bub", schrieb der ukrainische Gouverneur der Region Wadym Filaschkin auf Telegram. Laut den örtlichen Behörden war es bereits der dritte schwere Angriff auf die Stadt im Tagesverlauf.

Russland meldete in der Nacht auf Dienstag den Abschuss von Flugkörpern über der Region Leningrad. Dies teilte der regionale Gouverneur Alexander Drosdenko auf Telegram mit. Weitere Details nannte er zunächst nicht. In der Region im Nordwesten Russlands liegt unter anderem die Millionenmetropole St. Petersburg. Außerdem befinden sich dort wichtige Hafenanlagen und Energieinfrastruktur wie Ölraffinerien.

Ukraine und EU-Vertretung in Kiew unbeeindruckt von russischen Drohungen

Ungeachtet massiver russischer Drohungen mit systematischen Angriffen auf Kiew wollen sich die Ukraine und die Vertretung der Europäischen Union in Kiew nicht einschüchtern lassen. Die EU wies russische Aufforderungen zurück, ihr diplomatisches Personal aus der ukrainischen Hauptstadt abzuziehen. Die EU-Vertretung werde in Kiew bleiben, betonte die Leiterin des dortigen EU-Büros, Katarina Mathernova.

Russland wolle mit seinen Warnungen lediglich Panik säen und die Ukraine isolieren. Auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha rief die Verbündeten auf, sich der russischen Erpressung nicht zu beugen.

Die Führung in Moskau hatte am Montag Ausländer sowie Diplomaten aufgefordert, Kiew so schnell wie möglich zu verlassen. Die russischen Streitkräfte würden systematische Schläge gegen militärische und politische Entscheidungszentren in der Hauptstadt beginnen, hieß es aus dem Außenministerium.

Außenminister Sergej Lawrow rechtfertigte das Vorgehen in einem Gespräch mit seinem US-Kollegen Marco Rubio als Reaktion auf ukrainische Angriffe gegen Zivilisten. Moskau verwies dabei auf einen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim in der von Russland kontrollierten Region Luhansk am Freitag. Die Ukraine wies dies zurück und erklärte, sie habe eine militärische Kommandoeinheit getroffen.

Drohungen folgen auf schwerste russische Attacken seit Kriegsbeginn

Die Drohungen folgen auf einen der schwersten Angriffe auf Kiew seit Beginn des Krieges vor mehr als vier Jahren. Am Sonntag hatte Russland Kiew massiv beschossen und dabei auch eine atomwaffenfähige Hyperschallrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt. Es war das dritte Mal, dass diese Waffe zum Einsatz kam. Bei den Angriffen kamen in der Hauptstadt zwei Menschen ums Leben, 91 wurden verletzt. Zahlreiche europäische Politiker verurteilten den Angriff auf Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskiyj beklagte in seiner abendlichen Videoansprache geringe Fortschritte mit den USA beim Ausbau der Produktion von Raketenabwehrsystemen und erklärte, er erwarte neue diplomatische Schritte aus Washington.

USA wollen weiter vermitteln

Wie US-Außenminister Marco Rubio während seiner Indien-Reise erklärte, wollen die USA weiter im Ukraine-Krieg vermitteln. "Jedes Mal, wenn man diese massiven Angriffe der einen oder anderen Seite sieht, ist dies eine mahnende Erinnerung daran, warum dies ein schrecklicher Krieg ist", sagte Rubio am Dienstag. "Er muss beendet werden."

"Die USA stehen bereit und sind gewillt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ein Ende dieses Krieges zu erleichtern - hoffentlich wird sich zu gegebener Zeit die Gelegenheit dazu ergeben", sagte Rubio nach einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.

Bei dem Gespräch am Montag wiederholte Lawrow nach Angaben Moskaus eine zuvor an Ausländer und Mitarbeiter diplomatischer Vertretungen in Kiew ausgesprochene Aufforderung, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuer Angriffe zu verlassen.

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