Russland stellt Stromlieferungen nach Finnland ab Samstag ein

Finnland wird der NATO beitreten
Ein russischer Stromanbieter stellt die Lieferungen ein, doch Finnland ist relativ autark und gut aufgestellt.

Inmitten der Spannungen wegen eines möglichen NATO-Beitritts Finnlands stellt Russland seine Stromlieferungen in das Nachbarland wegen ausstehender Zahlungen ab Samstag ein. Das teilte das Energieunternehmen RAO Nordic Oy am Freitag mit. Das in Helsinki ansässige Tochterunternehmen des russischen Konzerns InterRAO erklärte, es gebe keine Möglichkeit, die Rechnungen für die Stromimporte zu bezahlen.

Ein Sprecher von „Finnish Energy“ erklärte, es werde in der Folge keinen Mangel an Strom im Land geben - allerdings würde der Lieferstopp höhere Preise zur Folge haben. Offiziell werden Zahlungsschwierigkeiten als Grund angegeben. Mit importiertem Strom aus Russland werden etwa zehn Prozent des finnischen Energieverbrauchs abgedeckt.

Für Inter Rao ist Finnland der wichtigste Exportmarkt. 2021 wurden demnach 8,2 Milliarden Kilowattstunden Elektroenergie dorthin verkauft - von ins Ausland verkauften 21,77 Milliarden Kilowattstunden insgesamt. Im April hatte russischen Medien zufolge der finnische Stromnetzbetreiber Fingrid mitgeteilt, wegen der internationalen Lage seine Geschäfte mit Russland zu reduzieren und den Import zu senken.

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