Der syrische Präsident Bashar al-Assad kann auf die Unterstützung Russlands weiterhin bauen.

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Syrien
09/09/2015

Rüstet Russland Syrien auf?

Moskau hat die Präsenz seiner Militärberater in Syrien ausgeweitet. Die NATO ist skeptisch.

von Alexandra Koller

Russlands Nähe zur syrischen Regierung belastet Moskaus Verhältnis zum Westen. Nachdem die USA Informationen über eine mögliche Erweiterung russischer Militärpräsenz in Syrien veröffentlichten, kursieren nun auch Bilder in sozialen Netzwerken, die russische Soldaten vor Ort zeigen sollen. Gerüchten zufolge verfolge Russlands Staatschef Wladimir Putin unter anderem die Teilung des Bürgerkriegslandes.

In den vergangenen Tagen seien mindestens drei russische Militärflugzeuge in Syrien gelandet, sagten am Dienstag mehrere US-Regierungsvertreter, die nicht namentlich erwähnt werden wollten, der Nachrichtenagentur AFP. Die USA fürchten, dass russische Luftangriffe die amerikanische Offensive in Syrien und die der jeweiligen Verbündeten behindern oder ihnen in die Quere kommen werden. Daraufhin habe die US-Regierung Griechenland und Bulgarien gebeten, russische Maschinen mit dem Ziel Syrien Überflugrechte zu verweigern. Am Dienstag sperrte dann NATO-Mitglied Bulgarien seinen Luftraum für Russlands humanitäre Versorgungsflüge in das Bürgerkriegsland. Es gebe Zweifel daran, dass es sich wirklich nur um rein humanitäre Flüge handelt, hieß es. Bedingung zur weiteren Nutzung des Flugraumes ist die Kontrolle der transportierten Waren auf bulgarischem Territorium.

Alternativroute

Nur wenig später haben der Iran und Griechenland ihren Flugraum als Alternativroute angeboten. Russland beteuert, die ganze Zeit über mit offenen Karten gespielt zu haben. Man habe nie verheimlicht, militärische Ausrüstung und Technik für die syrische Führung bereitzustellen. Die Lieferungen seien für den „Kampf gegen den Terrorismus“ bestimmt. Auch die im syrischen Tartus stationierten Soldaten seien nur als Experten für die Einweisung der gelieferten Waren vor Ort, bestätigte eine Sprecherin des russischen Außenministeriums. Eine militärische Offensive Russlands in Syrien sei zudem nur mit Einverständnis des russischen Parlaments möglich. Ein solcher Antrag der russischen Regierung sei jedoch nicht eingelangt, betonte Parlaments-Pressesprecher Dmitri Peskov.

Geheime Pläne

Als einer der letzten Unterstützer von Syriens Staatschef Bashar al-Assad verfolgt Russland im Syrien-Konflikt seit Jahren eigene Interessen. Der Hafen von Tartus, an der Küste Syriens, ist seit Langem wichtiger und einziger Stützpunkt der russischen Seestreitkräfte am Mittelmeer.

Gemeinsam mit dem Iran soll der Kreml außerdem laut Spiegel an einem geheimen Friedensplan für Syrien arbeiten. Internationale Diplomaten munkeln, er soll Syrien aufspalten: Ein Sektor solle von Bashar al-Assads Regime kontrolliert werden, ein anderer von der Opposition. Ginge es nach Wunsch Washingtons müsste Assad ganz abtreten. Russland ist jedoch der Meinung: Sollte das Regime fallen, würde der Extremismus und damit der gemeinsame Feind, der „Islamische Staat“ (IS), profitieren.

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