© Rubin Carnuntum Weingüter

Weinexport
04/11/2021

Rettung durch das Alkoholmonopol

Länder wie Schweden haben mit ihrer Importpolitik Corona-bedingte Ausfälle in der Gastronomie ausgeglichen

von Andreas Anzenberger

Das schwedische Weinmagazin Livets Goda war voll des Lobes: „Precision och Passion från Österrike.“ Das versteht man auch ohne Schwedisch-Kentnisse.

Bemerkenswert ist, dass diesmal nicht die üblichen verdächtigen Spitzenwinzer im Mittelpunkt standen, sondern das Weingut Dorli Muhr aus Prellenkirchen in Niederösterreich. Eine nette Ortschaft einige Kilometer südlich von Hainburg an der Donau und kurz vor Bratislava. Das Weinbaugebiet Carnuntum war in der Vergangenheit nicht unbedingt der heißeste Tipp für die Freunde des kultivierten Trinkgenusses. Das ist heute anders. Wegen des Klimawandels und den steigenden Durchschnittstemperaturen reifen die Weine in Carnuntum vollständig aus.

Das größte Weinmagazin der Welt, der Wine Spectator, hat sich in der Oktoberausgabe 2020 umfangreich der Sorte Blaufränkisch gewidmet. „Wenn Sie die charakterstarken österreichischen Rotweine noch nicht kennen, ist es höchste Zeit, sich mit ihnen auseinanderzusetzen“, heißt es in dem Artikel. Die höchste Bewertung, die das Magazin jemals an einen österreichischen Rotwein vergeben hat, bekam Ried Spitzerberg 2017, Erste Lage von Dorli Muhr. Schon wieder Carnuntum.

Bodenhaftung

Trotz des dicken internationalen Lobes hat Dorli Muhr die Bodenhaftung nicht verloren. „Es war eine Überraschung, weil ich sehr viel Respekt vor meinen Kollegen habe.“ Da Muhr mit ihren Weinen früher ausschließlich die Gastronomie beliefert hat, war sie vom Lockdown massiv betroffen. „Schweden und der Wine Spectator haben mich gerettet“, lautet ihre kurze Zusammenfassung.

Denn die Nachfrage ist deutlich gestiegen. Die Monopolverwaltungen in Kanada oder in skandinavischen Staaten wie Schweden bestimmen, was importiert und in den staatlichen Shops verkauft wird. Die schwedischen Konsumenten sollen die Möglichkeit bekommen, alle relevanten typischen Weine dieser Welt verkosten zu können. Wie schmeckt Burgund? Wie schmeckt Rioja? Und nun auch wie schmeckt Carnuntum? „Dass hat uns total geholfen“, freut sich Muhr.

Derzeit läuft eine Ausschreibung der schwedischen Monopolverwaltung für den Import von Zweigelt aus den Weinbaugebieten Carnuntum und Neusiedler See. Früher galt Zweigelt als billiger Massenwein. Der Geschäftsführer der Österreich Weinmarketing (ÖWM), Chris Yorke, hat auf die Frage, ob Zweigelt eine Sorte ist, die man international vermarkten kann, eine kurze Antwort parat: „Ja, absolut.“ Die Preise sind verglichen mit den Weinen aus bekannten internationalen Weinregionen durchaus wohlfeil.

Neue Sieger

Es gibt mittlerweile ein umfangreiches Angebot an Weinen aus Carnuntum, die bei Verkostungen sehr gut abschneiden. Das Gourmetmagazin A la carte hat sich in seiner jüngsten Ausgabe umfangreich mit Rotweinen aus Österreich beschäftigt. Die Produkte aus Carnuntum haben es bis ganz oben in die Spitzengruppe geschafft.

Den Falstaff-Sieg 2020 holte sich der Göttlesbrunner Winzer Philipp Grassl mit seinem Carnuntum DAC Ried Bärnreiser, Erste Lage, Höflein 2018. Eine Cuvée mit fünfzig Prozent Zweigelt. Für Grassl ist der Falstaff-Sieg ein „guter Abschluss für ein verkorkstes Jahr. Die Pandemie hat uns fest im Griff“.

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