© APA/AFP/MALIK KONATE

Politik Ausland
08/18/2020

Mali: Präsident und Regierungschef festgenommen

Das westafrikanische Mali steht angeblich vor einem Putsch: Soldaten haben die Kontrollen über den Armeestützpunkt übernommen - die Lage ist unübersichtlich.

Aufständische Soldaten haben in Mali nach eigenen Angaben Präsident Ibrahim Boubacar Keita und Regierungschef Boubou Cissé festgenommen. Die beiden seien in Keitas Anwesen in der Hauptstadt Bamako festgesetzt worden, sagte der Putsch-Anführer, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Das deutsche Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, dass es zu einer „Meuterei von Bewaffneten und Schusswechseln“ gekommen sei.

Präsident unter Druck

Mehrere Soldaten hatten zuvor die Kontrolle über einen Armeestützpunkt in der Stadt Kati nahe Bamako übernommen. Ein weiterer Militärvertreter erklärte, der Präsident und der Regierungschef würden in einem gepanzerten Fahrzeug nach Kati gebracht. 2012 hatte der Stützpunkt eine Schlüsselrolle bei einem Machtwechsel im Land gespielt. Dort begann damals ein Militärputsch, in dessen Folge Präsident Keita an die Spitze der politischen Führung kam.

Derzeit steht Keita jedoch massiv unter Druck, weil es ihm nicht gelingt, einen seit 2012 andauernden jihadistischen Aufstand im Norden des Landes unter Kontrolle zu bringen. Verschleppte politische Reformen, eine schwächelnde Wirtschaft und Korruptionsvorwürfe haben die Stimmung gegenüber Keita weiter verschlechtert.

Österreichische Soldaten in Sicherheit

Die im Rahmen der EU-Ausbildungs-und Beratungsmission EUTM Mali und der UNO-geführten Mission MINUSMA eingesetzten österreichischen Soldaten bleiben angesichts der angespannten Lage vorerst in ihren Stützpunkten. Das teilte ein Sprecher des Bundesheeres der APA am Dienstagabend auf Anfrage mit.

Insgesamt seien derzeit 15 österreichische Soldaten in dem westafrikanischen Land im Einsatz. Alle Soldaten seien in das Hauptquartier in Bamako zurückbeordert worden und in Sicherheit, so der Sprecher weiter. Bis die Lage geklärt sei, sollen die Bundesheer-Soldaten auch dort bleiben.

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