Politik | Ausland
24.03.2017

Putin empfing Marine Le Pen in Moskau

Die Front-National-Chefin sprach sich für bessere Beziehungen zu Russland aus.

Kremlchef Wladimir Putin hat wenige Wochen vor der Präsidentenwahl in Frankreich überraschend die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen empfangen. "Wir wollen auf keinen Fall Einfluss auf die Ereignisse nehmen, aber wir haben das Recht, uns mit den Vertretern aller politischen Kräfte des Landes auszutauschen", sagte Putin am Freitag in Moskau.

Die Beziehungen zu Frankreich seien für Russland sehr wichtig, sagte der Präsident der Agentur Interfax zufolge. Auch Le Pen sprach sich für bessere Beziehungen aus. Das gegenwärtige schlechte Verhältnis sei nicht gerechtfertigt, sagte sie am Freitag im außenpolitischen Ausschuss der Staatsduma. Ebenfalls warb Le Pen zu Beginn des zuvor nicht angekündigten Gesprächs für einen Austausch von Geheimdienstinformationen im Kampf gegen den Terrorismus.

Parlament hatte geladen

Das Parlament hatte Le Pen eingeladen. Der Ausschussvorsitzende Leonid Sluzki nannte ihren Moskau-Besuch kurz vor der Wahl eine „mutige Tat“, wie die Agentur Interfax meldete.

Russland und Frankreich sollten zusammenhalten gegen zwei große Herausforderungen - die Globalisierung und den islamistischen Fundamentalismus, wurde Le Pen in russischen Berichten zitiert. Über ihr eigenes Land sagte sie, Frankreich sei nicht mehr völlig souverän. Es habe viele Vollmachten an die EU abgetreten, vor allem in Handelsfragen. Die voraussichtlich zwei Runden der französischen Präsidentenwahl finden am 23. April und am 7. Mai statt.