Politik | Ausland
27.07.2018

Proteste in Ganza: Palästinenser getötet und Dutzende verletzt

Dutzende junger Palästinenser hatten an fünf verschiedenen Punkten entlang der Grenze zu Israel demonstriert.

Bei neuen Protesten an der Grenze zu Israel sind am Freitag im Gazastreifen ein Palästinenser getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte mit, ein 43-Jähriger sei in der Nähe von Khan Yunis im Süden des Küstenstreifens durch Schüsse tödlich am Kopf verletzt worden. Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe die Berichte.

Dutzende junger Palästinenser hatten nach palästinensischen Berichten an fünf verschiedenen Punkten entlang der Grenze zu Israel demonstriert. Sie hätten Reifen verbrannt sowie zahlreiche Branddrachen und -ballons in das israelische Gebiet fliegen lassen. Es seien mehrere Brände verursacht worden.

Die militanten Palästinenserfraktionen im Gazastreifen hatten am Donnerstag nach einer Beratung bekräftigt, sie seien einer Waffenruhe verpflichtet.

Sorge vor neuem Gaza-Krieg

In der vergangenen Woche war es mehrmals zu Eskalationen gekommen, die die Sorge vor einem neuen Gaza-Krieg nährten. Militante Palästinenser feuerten Granaten in das israelische Grenzgebiet und schossen auf Soldaten. Dabei wurde vor einer Woche ein israelischer Soldat getötet. Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden seitdem sieben Palästinenser getötet, die meisten davon Mitglieder der im Gazastreifen herrschenden Hamas.

Seit Ende März wurden bei Protesten und Konfrontationen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 150 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet. Die Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet.