Marinemission: Europa und Oman planen Schutz im Golf
Zusammenfassung
- Paris und London wollen gemeinsam mit dem Oman die Sicherheit der Schifffahrt in dessen Hoheitsgewässern an der Straße von Hormuz gewährleisten.
- Iran lehnt eine internationale Minenräumung ab und beansprucht im Rahmen des Abkommens mit den USA die alleinige Kontrolle über die Meerenge.
- Eine internationale Marinemission bleibt trotz der neuen Kooperation mit Oman weiter im Gespräch, um die Freiheit der Schifffahrt umfassender abzusichern.
Nach der iranischen Ablehnung einer internationalen Marinemission in der Straße von Hormus wollen Frankreich und Großbritannien mit dem Oman eine sichere Schifffahrt durch die Meerenge gewährleisten. „Das Sultanat Oman hat sich bereit erklärt, mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich zusammenzuarbeiten, um die Sicherheit der Schifffahrt in seinen Hoheitsgewässern zu gewährleisten“, teilten Paris und London in einer gemeinsamen Erklärung am Abend mit.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einer „positiven Entwicklung“ nach „konstruktiven Gesprächen“ mit dem Sultan von Oman am Montag dieser Woche, weshalb Frankreich die Präsenz seiner Marine in der Region anpasse. Der Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ kehre in seinen Heimathafen in Toulon zurück, während die französischen Minenräumkräfte und ihre Eskorte weiterhin vor Ort bereitstünden, um gemeinsam mit Partnern einzugreifen. Bereits nach dem Treffen mit dem Sultan hatte Macron von einer gemeinsamen Minenräumung mit dem Oman und internationalen Partnern in der Straße von Hormus gesprochen.
Iran will Kontrolle über Meerenge behalten
Der Iran hatte eine internationale Beteiligung an der Minenräumung in der Straße von Hormus danach entschieden zurückgewiesen und Paris „Provokationen“ vorgeworfen. Laut dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, in dem die Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt ein zentraler Bestandteil ist, liege die Verantwortung für die Minenräumung dort allein bei dem Iran, hieß es aus Teheran.
Während die Machthaber in Teheran die Durchfahrt durch die Straße von Hormus kontrollieren und dafür Gebühren erheben wollen, geht es den USA und weiteren Ländern um eine uneingeschränkte und gebührenfreie Durchfahrt. Irans Revolutionsgarden warnten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Ein Handelsschiff, das die Straße von Hormus unter Nutzung der Küstenverkehrszone vor Oman durchfuhr, wurde kürzlich angegriffen. Der neue französisch-britische Vorstoß unter Einbeziehung des Oman würde eine Absicherung dieser Küstenverkehrszone bedeuten.
Internationale Marinemission nicht vom Tisch
Eine Abkehr von der ursprünglich geplanten internationalen Marinemission, deren Umsetzung bisher nicht absehbar ist, sollen die gemeinsamen Planungen mit dem Oman nicht sein. „Frankreich und das Vereinigte Königreich sind ebenfalls bereit, eine umfassendere multinationale Militärmission zur Unterstützung der Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz zu entsenden“, hieß es in der Erklärung weiter.
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