Papst Franziskus am Palmsonntag

© APA/AFP/POOL/ALBERTO PIZZOLI

Vatikan
04/06/2020

Papst sendet in der Karwoche eine Osterbotschaft der Hoffnung

Ausnahmesituation auch im Vatikan: Feiern ohne Pilger und Prozessionen, keine Fußwaschung, wenig Weihwasser.

von Susanne Bobek

Papst Franziskus bittet darum, dass „in der Stille unserer Städte das Osterevangelium erklingt. Es ist die Hoffnung auf eine bessere Zeit, in der wir besser sein können, endlich vom Bösen und von dieser Pandemie befreit“.

Der Pontifex wird die Osterbotschaft in seinem „Käfig“, wie er es nannte, auf dem menschenleeren Petersplatz verkünden und am Sonntag den Segen Urbi et Orbi erteilen. „Im auferstandenen Jesus hat das Leben den Tod besiegt“, sagte der Papst am Palmsonntag. „Dieser Osterglaube nährt unsere Hoffnung.“

Feiern ohne Pilger sei einzigartig in der Geschichte des Vatikans. „Nicht einmal in Zeiten von Cholera und Pest hat man auf die Zeremonie öffentlicher Gottesdienste verzichtet“, sagt der deutsche Vatikan-Experte Ulrich Nersinger. Nur 1941, angesichts des Zweiten Weltkrieges, erteilte Papst Pius XII. seinen Ostersegen Urbi et Orbi via Radio Vatikan.

Ostern 2020 ist anders

In der Karwoche ist Verzicht angesagt. Aber alle Feierlichkeiten werden via TV und Livestream übertragen. Papst Franziskus will Katholiken auf der ganzen Welt Hoffnung geben und allen danken, die sich jetzt selbstlos für andere einsetzen: „Das Leben dient zu nichts, wenn man nicht dient.“

„Wir werden die Karwoche auf wirklich ungewöhnliche Weise feiern“, sagte der 83-jährige Franziskus.

Am Gründonnerstag wird das Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu ohne Anwesenheit von Gläubigen gefeiert. Der Ritus der Fußwaschung und die Sakramentenprozession am Ende der Messe entfallen. Im Vorjahr küsste und wusch der Papst Häftlingen die Füße.

Auch die Karfreitagsprozession muss entfallen. Bei der Feier vom Leiden und Sterben Christi wird ein besonderes Gebet gesprochen – für die Kranken und die Verstorbenen dieser Coronavirus-Krise.

Dafür wird zum ersten Mal in der Geschichte am Karsamstag das Turiner Grabtuch für ein Online-Gebet um 17 Uhr ausgestellt. Der Erzbischof von Turin Cesare Nosiglia will vor dem Grabtuch beten, was in die ganze Welt übertragen werden soll.

In der Osternacht wird die Osterkerze entzündet, ohne folgende Prozession. Bei der Taufliturgie innerhalb der Osternachtfeier kommt nur wenig Weihwasser zum Einsatz. Man beschränkt sich auf die Erneuerung des Taufversprechens.

Der Pontifex in Rom setzt ganz stark auf symbolische Gesten: So spendete er dem von der Corona-Krise schwer betroffenen Krankenhaus „Papa Giovanni XXIII.“ in Bergamo 60.000 Euro.

Ostern zu verschieben, kam nicht in Frage, da es das wichtigste Fest des liturgischen Jahres bildet.

Im Vatikan hat man auf Homeoffice umgestellt. Zwei Kardinäle sind an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt. Angelo De Donatis, 66, liegt im Krankenhaus. Er hat Fieber. Der Papst hätte ihn länger nicht gesehen. Der Kardinal von Burkina Faso, Philippe Ouedraogo Nakellentuba, wurde in seiner Heimat positiv getestet. Auch ein Mitglied des Staatssekretariats, der wie Franziskus im Gästehaus Santa Marta wohnte, ist positiv. Der Pontifex wurde negativ getestet.

Der emeritierte Papst Benedikt, der am 16. April 93 Jahre alt wird, wohnt im vatikanischen Kloster in „strenger Klausur“.

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