Papst warnt in Oster-Predigt: "Der Tod ist immer auf der Lauer"

Papst Leo XIV. rief in seiner Osterfest-Premiere die Gläubigen auf dem Petersplatz dazu auf, den Mut nicht zu verlieren.
Papst warnt in Oster-Predigt: "Der Tod ist immer auf der Lauer"

Am Ostersonntag hat Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz in Rom den Segen "Urbi et Orbi" ("der Stadt und dem Erdkreis") erteilt. Für den US-Amerikaner ist es das erste Osterfest als Oberhaupt der katholischen Kirche. Zehntausende Gläubige verfolgten die Zeremonie bei strahlendem Sonnenschein. Leos Vorgänger, der argentinische Papst Franziskus, war am Ostermontag vergangenen Jahres im Alter von 88 Jahren gestorben.

Der Pontifex rief die Gläubigen auf, sich nicht an die Gewalt zu gewöhnen und gegenüber dem Tod Tausender Menschen nicht gleichgültig gegenüber den Folgen von Hass und Spaltung zu sein, welche schwere Konflikte nach sich ziehen. Zugleich warnte er vor Gleichgültigkeit gegenüber den wirtschaftlichen und sozialen Folgen, die die Kriege verursachen. Ausdrücklich wies der Papst auf die Gefahr einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit" hin. "Wie viel Todeswillen sehen wir jeden Tag in den vielen Konflikten in den verschiedenen Teilen der Welt", so der erste Pontifex aus den Vereinigten Staaten, der seit Mai Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken ist.

Die Abgründe des Todes lauerten überall, sagte er in seiner Predigt am Ostersonntag auf dem Petersplatz. "Der Tod ist immer auf der Lauer. Wir sehen ihn in den Ungerechtigkeiten, im Egoismus, in der Unterdrückung der Armen, in der mangelnden Aufmerksamkeit gegenüber den Schwächsten", so der Papst.

"Wir sehen den Tod in der Gewalt, in den Wunden der Welt, im Schmerzensschrei, der von überall her aufsteigt wegen der Übergriffe, die die Schwächsten niederdrücken, wegen der Vergötzung des Profits, die die Ressourcen der Erde ausplündert, wegen der Gewalt des Krieges, die tötet und zerstört", sagte der Papst.

Pontifex rief Gläubigen zu Mut auf

Der Pontifex rief in seiner Osterhomilie die Gläubigen dazu auf, den Mut nicht zu verlieren. "Es stimmt, dass es oft so scheint, als gäbe es Gott nicht: Wir sehen Ungerechtigkeit, Bosheit, Gleichgültigkeit und Grausamkeit, die nicht abnehmen. Aber ebenso sicher ist, dass mitten in der Dunkelheit immer etwas Neues zu wachsen beginnt, das früher oder später Frucht bringt, denn Ostern schenkt uns diese Hoffnung und erinnert uns daran, dass in Christus, dem Auferstandenen, jeden Tag eine neue Schöpfung möglich ist".

Ostern sei "ein neuer Anfang, das Leben, das durch den Sieg Gottes über den alten Widersacher endgültig ewig geworden ist. Dieses Lied der Hoffnung brauchen wir heute", schloss der Papst. Bereits in der Osternacht am Vorabend hatte Leo XIV. die Christen dazu aufgerufen, allen die frohe Botschaft zu bringen, dass Jesus auferstanden ist. Mit seiner Kraft könnten sie eine neue Welt des Friedens und der Einheit gestalten.

Leo XIV. feierte seine erste Ostermesse als Papst am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein. Auf die feierliche Messe folgten um 12 Uhr der Papstsegen "Urbi et orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) und Leos XIV. Ostergrüße in verschiedenen Sprachen.

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