Politik | Ausland
31.10.2014

Ostukraine: Über 300 Tote in zehn Tagen

Die Gesamtzahl der Todesopfer ist trotz Waffenruhe auf 4035 gestiegen.

Im Osten der Ukraine sind nach UN-Angaben in den vergangenen zehn Tagen mehr als 300 Menschen getötet worden. Damit steige die Zahl der seit Ausbruch des Konflikts im April getöteten Menschen auf 4.035, teilte die UNO am Freitag mit. Eigentlich gilt seit Anfang September eine Waffenruhe zwischen den ukrainischen Streitkräften und prorussischen Separatisten in den Großstädten Donezk und Lugansk.

Die Opferbilanz der UNO schließt jene 298 Menschen mit ein, die im Juli beim Absturz der Passagiermaschine MH17 über der Ostukraine ums Leben kamen. Nach UN-Angaben wurden durch den Konflikt 930.000 Menschen aus ihren Wohnorten in den Regionen Donezk und Lugansk vertrieben. Fast 490.000 Flüchtlinge suchten demnach Schutz im Ausland, die meisten davon im benachbarten Russland.

Der UN-Bericht wurde zwei Tage vor den von den Separatisten geplanten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Donezk und Lugansk veröffentlicht. Diese Abstimmungen seien "ein Hindernis für die Friedensverhandlungen und werden sich negativ auf die humanitäre Lage in den Konfliktgebieten auswirken", erklärte die UNO. Die Vereinten Nationen kritisierten zudem die "einseitige" Entscheidung Russlands, einen neuen Konvoi mit Hilfsmitteln in den Osten der Ukraine zu entsenden.

Poroschenko und Timoschenko verhandeln

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat mit der früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko Möglichkeiten für eine Beteiligung ihrer Vaterlandspartei an einer neuen Koalition geprüft. "Die Gespräche verliefen konstruktiv", teilte die Vaterlandspartei am Donnerstag mit.

Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen erreichte der Block des prowestlichen Präsidenten bei der Wahl am Sonntag rund 21,8 Prozent, wie die Wahlleitung mitteilte. Die Vaterlandspartei kam demnach auf 5,7 Prozent. Die proeuropäische Partei von Regierungschef Arseni Jazenjuk liegt mit 22,2 Prozent bei der Auszählung in Führung. Koalitionsverhandlungen liefen bereits.