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"ORF spielt mit Westenthaler das Spiel gegen den Stiftungsrat"

Wahl des Generaldirektors. Andreas Khol (ÖVP) kritisiert die Rolle und die Aussagen seines ehemaligen FPÖ-Partners scharf.
ORF-Wahl 2026: WESTENTHALER

Von einer „Farce vor eine Wahl“, einer „ekelhaften Postenbesetzung von Rot und Schwarz“ hat der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler in der Vorwoche nach der Wahl von Clemens Pig zum ORF-Generaldirektor gesprochen. Er kündigte eine rechtliche Anfechtung dieser Bestellung an.

Andreas Khol

Auf politische Ebene sorgte das klarerweise für etliche Reaktionen, auch weitere Stiftungsräte kritisieren die Rolle des FPÖ-Vertreters. Jetzt meldete sich allerdings jene Person aus der ÖVP zu Wort, mit der Peter Westenthaler in der Regierung Schwarz-Blau I von 2000 bis 2002 parteiübergreifend – beide als Klubobmann – am engsten zusammengearbeitet hatte: Andreas Khol. Jener Mann, den Westenthaler sogar als „väterlichen Freund“ bezeichnet haben soll.

Bisher hatte der Tiroler zu seinem ehemaligen Koalitionspartner – Khol und Westenthaler galten damals als die entscheidende Machtachse in der Republik – immer geschwiegen. Wegen der jüngsten Aussagen des blauen Stiftungsrates im Vorfeld und nach der Wahl des ORF-Generaldirektors hat er diese Zurückhaltung jetzt aufgegeben. Khol zum KURIER: „Ich bin über die Vorwürfe des Peter Westenthaler, alles sei ein abgekartetes Spiel gewesen, sehr verwundert. Alles, was er jetzt seinen Kontrahenten vorwirft, hat er damals selber praktiziert. Als er selbst BZÖ-Obmann war, hat er einen Parteikandidaten der SPÖ zum Generalintendanten gemacht.“

Damals ist das Jahr 2006. Das BZÖ war in einer Regierungskoalition mit der ÖVP unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Westenthaler schmiedete eine Achse mit den anderen Fraktionen abseits der Schwarzen, um Alexander Wrabetz an die Spitze des ORF zu bringen und damit die Ära von Monika Lindner zu beenden. Bei diesen Absprachen sollen sogar Postenbesetzungen bis ins Detail ausgearbeitet worden sein. Von einem Zettel, auf dem alles niedergeschrieben worden sei, war immer wieder die Rede. Wrabetz selbst sprach danach von einem „Käsezettel“. In Wien wäre es damals Stadtgespräch gewesen, dass es einen Forderungskatalog an den künftigen Generalintendanten gegeben habe. Diese Hintergründe müssten mehr und näher beleuchtet werden.

Khol ärgert auch, dass Westenthaler den neuen Generaldirektor ins türkise Parteieck stelle: „Die Parteinähe des Clemens Pig, die er da benennt, ist völlig unbewiesen. Aber Alexander Wrabetz, den er zum Intendantenjob verholfen hatte, der war damals sogar in der SPÖ verankert.“

Was Andreas Khol noch an seinem ehemaligen Koalitionspartner auszusetzen hat: Dieser kritisiere die Parteinähe von Stiftungsräten. Westenthaler aber sei jener Stiftungsrat, der sogar gemeinsame Auftritte mit FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker bei Pressekonferenzen habe. Andreas Khol: „Er ist völlig parteinahe und wirft den anderen Stiftungsräten die Parteinähe vor.“

Was ihn in diesem Zusammenhang wundert: Westenthaler diskreditiere laufend den Stiftungsrat, das passiere aber auch aus der ORF-Redaktion heraus. „Der ORF spielt da eigentlich weitgehend ein Spiel mit dem Peter Westenthaler gegen den Stiftungsrat, das ist mein Eindruck“, so der ehemalige Nationalratspräsident.

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