Bilder wie dieses empören die Republikaner

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USA
09/08/2014

Obama bereut Golfspiel nach Foley-Rede

Der US-Präsident ging golfen, nur Minuten nach der Beileidsbekundung für den geköpften Journalisten.

von Caecilia Smekal

Auch absolute Medienprofis wie Barack Obama vergessen offenbar ab und zu, dass jeder Schritt beobachtet wird. Nun hat der US-Präsident gegen eine Welle der Empörung anzukämpfen. Obama ging gleich nachdem er zusammen mit der ganzen Nation den von IS-Terroristen geköpften Journalisten James Foley betrauerte zum Golf. Entschuldigt hat er sich nicht, lediglich zugegeben, dass es eine "schiefe Optik" gibt.

"Es gibt keinen Zweifel, dass nachdem ich mit den Familien gesprochen habe und es für mich schwer war, die Tränen zurückzuhalten angesichts dessen, was sie durchmachen nach dem Statement, das ich abhielt, hätte ich die Optik bedenken müssen", sagte Obama im MBC-Format Meet the Press.

Der Imageschaden ist im Moment groß: Diverse Zeitungstitel beschäftigten sich mit Obamas Golfspiel, Bilder zeigten den Präsidenten lachend auf einem Green in Martha's Vineyard - ein aufgelegter Elfer für Obamas Gegner in der Republikanischen Partei. Der Präsident habe "ausgecheckt", hieß es etwa spöttisch. Ex-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney ätzte, Obama sei eben zu beschäftigt auf dem Golfplatz, um sich um IS zu kümmern.

Urlaub von der Presse

Doch auch Präsidenten brauchen Erholung, rechtfertigt sich der Präsident. "Es gibt Tage, an denen ich nicht genug Schlaf bekomme", so Obama auch angesichts des Arbeitsaufkommens: Nato-Gipfel, Ukraine-Krise, Ebola-Epidemie, IS-Terror. Ein Teil seines Jobs sei auch Theater. Und es sei eben "immer eine Herausforderung auf Urlaub zu gehen. Du wirst überall verfolgt. Und ich hätte gerne Urlaub... von der Presse".

Ob solche Aussagen Obama aus seinem Dauer-Popularitätstief holen, darf bezweifelt werden. Dabei hätte er ein paar Pluspunkte bei den Wählern bitter nötig. Eine Umfrage der Quinnipiac-University ergab kürzlich, dass jeder dritte Amerikaner Obama für den schlechtesten Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg hält selbst George W. Bush rangiere hinter ihm auf Platz zwei. Zudem stehen im November die Kongresswahlen an, den Republikanern könnte auch im Senat der Durchmarsch gelingen, der ihn vollends die Hände binden würde.

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