15 Jahre nach den Terroranschlägen: Norwegen erinnert an die Opfer von Oslo und Utøya
Zusammenfassung
- In Norwegen haben die Gedenkveranstaltungen zum 15. Jahrestag der Terroranschläge von Oslo und Utøya mit dem Verlesen der Namen der 77 Todesopfer begonnen.
- Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und AUF-Vorsitzender Gaute Børstad Skjervø forderten, offen über die Anschläge, Rechtsextremismus, Hass und Verschwörungserzählungen zu sprechen.
- Am 22. Juli 2011 tötete der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik 77 Menschen in Oslo und auf Utøya; die Anschläge gelten als schlimmste Gewalttaten der norwegischen Nachkriegszeit.
In Norwegen haben die Gedenkveranstaltungen für die 77 Todesopfer der Terroranschläge in Oslo und auf der Insel Utøya begonnen. An der Gedenkstätte im Osloer Regierungsviertel wurden die Namen der Getöteten verlesen. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der Vorsitzende der Jugendorganisation der norwegischen Sozialdemokraten (AUF), Gaute Børstad Skjervø, legten Kränze nieder. An einem Gedenkgottesdienst im Dom nahmen König Harald V. und Königin Sonja teil.
Skjervø, der das Massaker auf Utøya überlebt hat, sagte auf der Gedenkveranstaltung, Norwegen trauere seit 15 Jahren. „Viele waren sich bewusst, dass es unsere Kinder waren, die getötet wurden, aber niemand kann die Trauer der Hinterbliebenen begreifen.“ Er kritisierte, dass in sozialen Medien Hass auf die Überlebenden geäußert werde.
Ministerpräsident will Geschichte der Anschläge weiter erzählen
Støre forderte: „Wir müssen weiterhin offen und ehrlich darüber sprechen, was geschehen ist, über die Motive des Terroristen, seine Herkunft, die Folgen von Rechtsextremismus, Hass und Verachtung der Demokratie.“ Die brutale Geschichte dieses politisch motivierten Massenmords müsse erzählt und erklärt werden, auch angesichts von Lügen und Verschwörungserzählungen, wie der Behauptung, die Anschläge vor 15 Jahren seien inszeniert gewesen.
Im Gedenkgottesdienst sprach Entwicklungsminister Åsmund Aukrust, der als AUF-Mitglied den Massenmord auf Utøya überlebt hatte. Auch hier wurden die Namen der 77 Getöteten noch einmal verlesen. Für den Nachmittag war eine Erinnerungsveranstaltung auf Utøya geplant.
21 Jahre Haft für Breivik
Am 22. Juli 2011 hatte der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik eine Autobombe im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt gezündet und dabei acht Menschen getötet. Danach fuhr er auf die Insel Utøya, wo er sich als Polizist ausgab und das Feuer auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jährlichen Sommerlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei eröffnete.
69 Menschen, darunter vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, kamen auf der Insel ums Leben. Die Anschläge gelten als die schlimmsten Gewalttaten der norwegischen Nachkriegszeit. Breivik wurde 2012 zur damals möglichen Höchststrafe von 21 Jahren Haft verurteilt.
Österreichische Sozialdemokraten erinnern ebenfalls
Auch in Österreich gedenken die Sozialdemokraten den norwegischen Opfern. SPÖ-Bundesparteivorsitzender und Vizekanzler Andreas Babler sowie SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim schreiben in einer Presseaussendung: „Die Bilder von Oslo und Utøya haben sich tief in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Wir werden die Opfer niemals vergessen.“
Ihr Andenken verpflichte dazu, jeder Form von Hass, Hetze, Rassismus und Rechtsextremismus entschlossen entgegenzutreten.
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