Politik | Ausland
31.07.2017

Nordkorea: US-Vize Pence fordert China zum Handeln auf

Anlass ist der zweite Raketentest Nordkoreas innerhalb eines Monats. Jetzt sei China in der Pflicht, so Trumps Vize.

Nach dem zweiten nordkoreanischen Raketentest binnen eines Monats hat US-Vizepräsident Mike Pence mit einer härteren Gangart gegen das Land gedroht und Unterstützung von China gefordert.

"Die andauernden Provokationen des Schurkenstaates in Nordkorea sind inakzeptabel, und die Vereinigten Staaten von Amerika werden weiterhin die Unterstützung von Ländern in der Region sowie weltweit einfordern, um Nordkorea wirtschaftlich und diplomatisch weiter zu isolieren", sagte Pence laut Fernsehsender CNN bei einem Besuch in Estland am Sonntag.

China soll "mehr tun"

Vor allem China, der engste Verbündete des international weitgehend isolierten Nordkoreas, ist nach den Worten von Pence in der Pflicht: "Wir glauben, dass China mehr tun sollte." Durch seine besondere Beziehung zu Nordkorea habe das Land eine "einzigartige Fähigkeit, Entscheidungen dieses Regimes zu beeinflussen".

Nach den Worten der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, ist die Zeit für Gespräche im UN-Sicherheitsrat vorbei. Sie lehnte eine Sondersitzung des Gremiums mit der Begründung ab, dass Nordkorea bereits straflos gegen zahlreiche Resolutionen verstoßen habe. Eine weitere UN-Resolution sei schlimmer als nichts, weil sie nur die Botschaft an Nordkoreas "Diktator" Kim Jong-un sende, dass die internationale Gemeinschaft nicht willens sei, ihn ernsthaft herauszufordern. "China muss sich entscheiden, ob es endlich gewillt ist, diesen lebenswichtigen Schritt zu tun", schrieb Haley weiter.

Nordkorea hatte am Freitag entgegen aller Verbote und Warnungen erneut eine Interkontinentalrakete abgefeuert. Machthaber Kim Jong-un erklärte danach, das gesamte Festland der USA sei nun in Reichweite Nordkoreas.