Politik | Ausland
23.05.2018

Nordkorea lässt südkoreanische Reporter zum Atomtestgelände zu

Atomtestgelände Punggye-ri soll gesprengt werden. Bisher hatte Nordkorea Südkoreanern Zugang zu Charterflug zur Anlage verwehrt.

Nordkorea hat doch noch den Weg für die Einreise südkoreanischer Journalisten freigemacht, die über die geplante Schließung des umstrittenen Atomtestgeländes Punggye-ri berichten wollen. Das teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Nordkorea habe die Liste mit den Namen der Medienvertreter akzeptiert und wolle ihre Einreise genehmigen.

Noch einen Tag zuvor hatte Nordkorea den Südkoreanern den Zugang zu einem Charterflug verwehrt, auf dem Reporter aus den USA, Großbritannien, China und Russland von Peking nach Wonsan in Nordkorea gebracht wurden. Der Grund für die plötzliche Umkehr war zunächst unklar. Pjöngjang hatte zuletzt die hochrangigen Kontakte mit Südkorea aus Verärgerung über ein laufendes Militärmanöver des Nachbarn mit den USA vorläufig auf Eis gelegt.

Testgelände soll gesprengt werden

Die für diese Woche angekündigte Zerstörung des Atomtestgeländes im Nordosten des Landes wäre ein wichtiger symbolischer Schritt, mit dem Nordkorea seine Absicht zur atomaren Abrüstung demonstrieren will. Wann genau die Sprengung erfolgen soll, war zunächst unklar. Die Journalisten in Wonsan warteten darauf, mit dem Zug in die Bergregion gefahren zu werden, in der sich die Testanlage befindet, twitterte der Produzent des britischen Senders Sky News, Michael Greenfield. "Aber wir bekommen hier vor Ort keine Details."

 "Wir arbeiten weiter auf den 12. Juni hin"

US-Präsident Donald Trump hatte Pjöngjang umfangreiche Sicherheiten in Aussicht gestellt, sollte ein erfolgreiches Atomabkommen zwischen beiden Seiten zustandekommen. Am Dienstag stellte Trump jedoch den Termin für sein geplantes Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 12. Juni in Singapur in Frage. Die USA bestehen auf einem kompletten Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms.

 "Wir arbeiten weiter auf den 12. Juni hin", sagte Außenminister Mike Pompeo am Dienstag in Washington. "Wir werden tun, was nötig ist, um dieses Treffen zu einem Erfolg zu machen", sagte Pompeo. "Wir sind zuversichtlich, dass wir es schaffen."

Wenige Stunden zuvor hatte Präsident Donald Trump gesagt, sein Treffen mit Nordkoreas Kim Jong-un könnte auch später stattfinden.