Iran-Atomgespräche im Mai in Wien
Im Atomstreit mit dem Iran findet am 21. Mai eine neue Gesprächsrunde in Wien statt. Dies meldete die iranische Nachrichtenagentur Mehr am heutigen Montag. Teheran und Vertreter der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO / IAEA) hätten sich diesbezüglich geeinigt. Details wurden nicht genannt. Von der IAEO war zunächst keine Bestätigung des Bericht zu erhalten.
Es wäre bereits die zehnte Verhandlungsrunde zwischen der UNO-Atombehörde und Teheran seit Anfang des Vorjahres. Die IAEO bemühte sich bisher erfolglos, Teheran zur Wiederaufnahme der Inspektion seiner Atomanlagen durch internationale Experten zu bewegen. Der Westen wirft dem islamischen Regime in Teheran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie ein Nuklearwaffenprogramm zu betreiben.
Lockerung in Aussicht
Erst im Februar hatte die Sechsergruppe aus USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland der Islamischen Republik eine Lockerung der Sanktionen in Aussicht gestellt, wenn das Land im Gegenzug darauf verzichtet, in der unterirdischen Anlage Fordow Uran auf den spaltbaren Reinheitsgrad von 20 Prozent anzureichern. Damit wurde von der Forderung, der Iran müsse die Anlage komplett schließen, abgegangen.
23. Dezember 2006: Der Sicherheitsrat verhängt erste Sanktionen. Die UN-Resolution untersagt allen Mitgliedsländern die Lieferung von nuklearen Materialien und Technologien an den Iran.
9. April 2009: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad eröffnet die erste iranische Nuklearbrennstoff-Fabrik in Isfahan.
9. Februar 2010: Der Iran beginnt, seine Atomanlage in Natans hochzufahren. Niedrig angereichertes Uran soll auf eine Anreicherung von 20 Prozent gebracht werden.
8. November 2011: Die Atomenergiebehörde IAEA in Wien veröffentlicht einen Bericht, nach dem der Iran an der Entwicklung der Atombombe gearbeitet hat. Teheran dementiert.
1. Januar 2012: Nach Angaben aus Teheran haben iranische Wissenschaftler erstmals einen eigenen Kernbrennstab entwickelt.
23. Januar 2012: Die EU-Außenminister beschließen in Brüssel ein Ölembargo gegen den Iran. Zudem sollen die europäischen Konten der iranischen Zentralbank eingefroren werden. Wenige Tage später blockieren die USA Eigentum und Vermögenswerte der iranischen Regierung und aller iranischen Finanzinstitutionen.
14./15. April 2012: Nach über einem Jahr Unterbrechung werden die Gespräche zwischen den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat plus Deutschland sowie dem Iran in Istanbul wieder aufgenommen.
30. Juli 2012: US-Präsident Barack Obama erlässt weitere Sanktionen gegen den Iran. Betroffen ist das Ölgeschäft des Landes. Im Februar 2013 verschärft das US-Finanzministerium die Maßnahmen.
13. Februar 2013: Die IAEA fordert erneut einen Zugang zur Militäranlage in Parchin, in der Atomsprengköpfe entwickelt worden sein sollen. Der Iran bestreitet dies.
17. Februar 2013: Der Oberste Führer im Iran, Ajatollah Ali Chamenei, knüpft direkte Atomverhandlungen mit den USA an Bedingungen. Die Äußerungen werden versöhnlicher als üblich gewertet.
26./27. Februar 2013: Nach einer neun Monate langen Pause setzen Vertreter der 5+1-Gruppe und der Führung in Teheran in Almati in Kasachstan ihre Gespräche fort. Es wird ein weiteres Treffen für den 5./6. April verabredet.
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