Politik | Ausland
10.02.2018

Nawalny mischt in Trump-Affäre mit

In einem Video zieht der Oppositionelle eine Spur von Trump über einen Oligarchen in den Kreml.

Alexei Nawalny hat Publikum – auch im medial gleichgeschalteten Russland. Bei der Präsidentenwahl im März darf er zwar nicht antreten, aber der Oppositionspolitiker und Anti-Korruptionsaktivist nationalistischer Prägung hat seine Nische gefunden: Das Internet. Und wenn er da Nachrichten absetzt, wird er zum Massenmedium. 700.000 Klicks hatte seine jüngste Botschaft binnen Stunden.

Nicht mehr und nicht weniger als die bisher fehlende Verbindung zwischen dem in der Russland-Affäre vom FBI bedrängten US-Präsident Donald Trump und dem Kreml verspricht Nawalny da. Was er vorweist als Beweismittel, klingt auf den ersten Blick dünn, es sind die Details, die es in sich haben.

Die Behauptung, die Nawalny aufstellt, ist, dass Trumps damaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort während des US-Wahlkampfes 2016 mit dem Angebot an den Oligarchen Deripaska herantrat, ihn privat über den Verlauf der Kampagne zu unterrichten. Über eine entsprechende eMail Manaforts an Deripaska vom Juli 2016 hatte die Washington Post bereits berichtet. Damals war vermutet worden, dass Manafort – ein früherer Business-Partner Deripaskas – bei Deripaska über diesen Weg Schulden tilgen habe wollen. Der klare Nachweis dafür, dass Deripaska exklusiven Zugang zum Kreml hatte, fehlte aber – auch wenn es auf der Hand liegt, dass der Unternehmer (geschätztes Vermögen 3,5 Mrd. Dollar) gute Beziehungen in Russland hat.

In seinem Video lieferte Nawalny angeblich den Beweis: Er zeigte ein Foto vom August 2016 – also knapp nach Manaforts Angebot –, auf dem Deripaska auf seiner Jacht mit Vize-Premier Sergei Prikhodko zu sehen ist. Prikhodko ist im Kabinett von Premier Medwedew für internationale Beziehungen zuständig. Ihm werden enge Kreml-Kontakte nachgesagt.

Nobel-Prostituierte als Quelle

Nawalnys Vorwurf ist einerseits, dass sich Prikhodko mit er Einladung auf die Luxusjacht schmieren habe lassen. Zudem besitze der hohe Beamte, der ein bescheidenes staatliches Einkommen beziehe, eine Villa nahe Moskau. Andererseits zieht Nawalny den Schluss, dass die Kette Trump-Manafort-Deripaska-Prikhodko-Putin nun geschlossen sei.

Eine Frau mit Namen Nastya Rybka hatte das Bild gemacht und auf Instagram gestellt. Sie war als Prostituierte für den Trip gebucht worden. Rybka ist keine Unbekannte: Über ihre Erfahrungen als Escort-Girl hat sie ein Buch verfasst. Auch sie ging nun an die Medien. Den Ausflug nannte sie eine Gruppenvergewaltigung.

Ein Sprecher Deripaskas wies alles zurück. Man werde gegen Nawalny wegen übler Nachrede vor Gericht ziehen.