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Politik Ausland
05/17/2021

Nahost: Bereits mehr als 3.100 Raketen auf Israel

Seit einer Woche halten die Kämpfe zwischen radikalen Palästinensern und Israels Armee an.

Montagabend vor einer Woche begann die radikalislamische Hamas mit ihren jüngsten Angriffen auf Israel. Seither wurden nach Angaben der israelischen Armee mehr als 3.150 Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert.

Etwa 460 der abgeschossenen Raketen seien noch in dem palästinensischen Küstengebiet selbst niedergegangen, teilte das Militär mit. Die übrigen Raketen seien zu rund 90 Prozent vom Abwehrsystem „Iron Dome“ abgefangen worden. Zum Vergleich: Während des 51-tägigen Gazakrieges 2014 wurden insgesamt 4.481 Raketen auf Israel abgefeuert.

Die israelische Luftwaffe flog heute, Montag, erneut Dutzende Angriffe auf den Gazastreifen. Kampfjets hätten weitere 15 Kilometer des verzweigten Tunnelsystems der Hamas bombardiert, hieß es. Insgesamt seien bereits 100 Kilometer der Anlage zerstört worden. Diese wird nach israelischen Angaben unter anderem dafür benutzt, um innerhalb des Gazastreifens Kämpfer, Munition und Lebensmittel zu bewegen, teils auch mit Fahrzeugen.

820 Ziele im Gazastreifen

Auch Häuser von neun ranghohen Hamas-Mitgliedern wurden laut Armee beschossen und ein Kommandant der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad gezielt getötet.. Insgesamt seien in der vergangenen Woche mehr als 820 Ziele im Gazastreifen angegriffen worden.

Rund 42.000 Palästinenser mussten bisher wegen der Luftangriffe ihre Häuser im Gazastreifen verlassen, wie das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA am Montag mitteilte. Sie hätten in 50 Schulen der Organisation Zuflucht gesucht. 

Israels Armee betont, man greife im Gazastreifen nur Einrichtungen der Hamas an - wie etwa Häuser von Kommandeuren oder Raketenabschussrampen. Diese liegen teilweise mitten in Wohngebieten. Nach Angaben der Luftwaffe wird alles unternommen, um Opfer in der Zivilbevölkerung zu vermeiden. So werden etwa Bewohner von Gebäuden, die beschossen werden, vorab meist gewarnt.

Dennoch wurden nach palästinensischen Angaben seit Ausbruch der Kämpfe vor einer Woche 197 Menschen getötet, darunter 58 Kinder und zahlreiche Zivilisten. In Israel gab es laut den dortigen Behörden zehn Tote, zwei davon Kinder. 

Präsident Joe Biden erklärte, die USA arbeiteten mit beiden Konfliktparteien zusammen, um eine dauerhafte Ruhe zu erreichen. „Wir glauben auch, dass Palästinenser und Israelis gleichermaßen ein Leben in Sicherheit und Geborgenheit verdienen“, sagte er in einer am Sonntag ausgestrahlten Videobotschaft zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Zuvor hatte die US-Regierung eine gemeinsame Erklärung des UN-Sicherheitsrats zu der Gewalt blockiert, und damit begründet, dass dies der Diplomatie hinter den Kulissen schaden könnte.

Nahost-Quartett sucht Lösung

Im Ringen um ein Ende der Gewalt haben die Sondergesandten des sogenannten Nahost-Quartetts (USA, Russland, UNO und EU) miteinander telefoniert. Bei dem Gespräch am Sonntag sei es um mögliche Schritte gegangen, eine schnellstmögliche Deeskalation der Lage zu bewirken, teilte das russische Außenministerium am Montag mit.

Ziel müsse eine Waffenruhe und der Schutz der Bevölkerung sein.

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