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Islamischer Staat

Mosul: 1000 Hinrichtungen in einem Jahr

Erschreckende Jahresbilanz einer IS-Schreckensherrschaft. Unter den Opfern waren auch 98 Frauen.

06/10/2015, 02:52 PM

Die Extremisten der jihadistischen Organisation "Islamischer Staat" (IS) haben laut Zeugen w√§hrend ihrer einj√§hrigen Schreckensherrschaft in Mosul 944 Menschen hingerichtet. Sie seien von dortigen IS-Scharia-Gerichten zum Tode verurteilt worden. Die Gerichtsentscheide d√ľrften vom dortigen Mufti best√§tigt worden sein.

Unter den Opfern seien 98 Frauen gewesen, hieß es. Die IS-Dschihadisten hatten die Millionenstadt Mosul am 10. Juni 2014 erobert und kurz darauf in den von ihnen kontrollierten Gebieten Syriens und im Irak ein "Kalifat" ausgerufen. Dort bauten sie staatsähnliche Strukturen auf und setzten Scharia-Gerichte ein. Die IS-Jihadisten legen das islamische Recht besonders streng aus. Demnach wird zum Beispiel auch Ehebruch mit dem Tod bestraft.

USA wollen "militärisches Engagement ausdehnen"

Nach den j√ľngsten R√ľckschl√§gen sehen sich die USA offenbar zu einer Ausdehnung ihres milit√§rischen Engagements im Irak gezwungen. K√ľnftig sollten mehr Iraker ausgebildet werden, erkl√§rte Armee-Sprecher Steven Warren am Dienstag in Washington. Aus Regierungskreisen verlautete, derzeit werde die Entsendung hunderter weiterer US-Ausbilder gepr√ľft. Der IS hatte im Mai die bedeutende irakische Stadt Ramadi erobert.

Weil die von den USA ausgebildeten irakischen K√§mpfer leistungsst√§rker seien als erwartet, sei es "im Interesse aller", die Ausbildung auszuweiten, sagte Armeesprecher Warren. Die US-Armee wolle insbesondere mehr Sunniten f√ľr den Kampf gegen den IS gewinnen und ausbilden. Eine Ausweitung der Ausbildungsmission k√∂nne auch eine Aufstockung der US-Milit√§rkr√§fte vor Ort n√∂tig machen, f√ľgte Warren hinzu.

Der IS hat weite Gebiete des Irak erobert und konnte auch durch Luftangriffe der US-gef√ľhrten Koalition bisher nicht gestoppt werden. Mitte Mai eroberten die Jihadisten Ramadi, die Hauptstadt der Provinz Anbar. Dies n√§hrte Bef√ľrchtungen, dass die IS-K√§mpfer bald zu einer weiteren Offensive ansetzen.

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