Politik | Ausland
04.05.2017

Irakische Truppen eröffneten neue Front im Kampf gegen IS

Einheiten rückten auf nordwestliche Stadtteile von Mosul vor. Noch immer sind hunderttausende Menschen im Westen der Stadt eingeschlossen.

Im Kampf um die Rückeroberung der irakischen Stadt Mosul von der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) haben Regierungstruppen am Donnerstag eine neue Front eröffnet. Kräfte der Armee, des Innenministeriums und der Polizei rückten von Norden her auf die Westseite der Stadt vor, teilte das Einsatzkommando mit.

Die irakische Bundespolizei bestätigte den Einsatz. Demnach gelang den Truppen bereits die Rückeroberung des kleinen Vororts Hsunah und einer nahegelegenen Gasfabrik. Die Kämpfe konzentrieren sich derzeit darauf, den Westen Mosuls aus dem Griff des IS zu befreien.

Hunderttausende Menschen sind nach wie vor in den Teilen von West-Mosul eingeschlossen, die von der Islamistenmiliz IS kontrolliert werden. Im nordwestlichen Teil der Stadt wurde der IS inzwischen besiegt. Dort befindet sich die historische Altstadt mit der Al-Nuri-Moschee, in der IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi 2014 ein Kalifat ausgerufen hat, ein streng islamisches Reich im Irak und in Syrien.

Die Großoffensive zur Vertreibung des Extremisten begann am 17. Oktober. Ende Jänner nahmen die irakischen Truppen den Ostteil der Stadt ein. Mit ihrer neuen Offensive wollen sie die IS-Kämpfer nun auch vollständig aus West-Mosul vertreiben. Die Vereinten Nationen schätzten Mitte April, dass sich dort eine weitere halbe Million Zivilisten aufhält. Mosul ist die letzte städtische Hochburg des IS im Irak.